Ansgar Hantke

allgemeinmedizinisch-psychotherapeutische Praxis

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag 08:00 - 12:00 Uhr
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Mittwoch Telefonsprechstunde

13:00 - 13:30 Uhr

NEU! Patienten OHNE Termin kommen bitte zwischen 11:30 und 12:00 Uhr (montags, mittwochs und donnerstags) oder Dienstagnachmittag zwischen 17:00 und 18:00 Uhr in die Akutsprechstunde 

Regression im Sinne des Ich`s:

Regression bedeutet die unter Umständen ganzheitliche (also emotionale, physische, mentale und soziale) Rücknahme/Rückbesinnung auf einen früheren Entwicklungszustand. Dabei meint Regression nicht generell ein krankhaftes Verhalten, was sich im Ausdruck „… im Sinne des Ich`s“ (wird weiter unten erklärt) widerspiegelt. Im Gegenteil: sie ist für uns als gesunde Form viel häufiger erlebbar.

Die gesunde Form:

So verhalten wir uns ganz menschlich typisch und vernünftig (soweit die wissenschaftlichen Untersuchungen das belegen), wenn wir uns krank fühlen (z.B. im Rahmen eines grippalen Infektes), dass wir uns zurückziehen, uns ausruhen, uns um unseren Körper kümmern, ihn entlasten (z.B. dann keinen Sport treiben) und uns auch von der Arbeit freistellen lassen (zu dem Ärzte uns legitimieren; die ihrerseits vom Gesetzgeber legitimiert werden, dies zu tun). Auch schützen wir uns auf diese Art und Weise vor belastenden oder schädigenden Einflüssen (Stress mit Ehepartner, Lärm auf der Arbeit, Auseinandersetzungen im Team…). Schon Freud erkannte, dass wir uns in Zeiten der Krankheit unbewusst gern an einen Ort und an eine Zeit zurücksehnen, der dem Aufenthalt im Bauch der Mutter entspricht. „Wunderbar geborgen“.

Es gibt allerdings einen noch viel häufigeren Zustand der Regression, den jeder kennt und täglich erleben darf: das Zubettgehen, um zu schlafen. Hier regredieren wir soweit, dass unser gesamtes Bewusstsein abgeschaltet wird. Dabei gehen wir in einen Zustand der Basisversorgung über, wo Bewusstsein nicht mehr notwendig ist. Hier ist nur noch unser primäres oder vegetatives Nervensystem aktiv, das Nervensystem, was wir mit anderen Säugetiere teilen. Freud nannte diesen Zustand den „Primärprozess“. Hier gibt es keinen Raum, keine Zeit, keine Widersprüche, alles ist möglich. Alles kann gleichzeitig bestehen und sein. Das uns wohl vertrauteste Erscheinungsbild des Primärprozesshaften stellen unsere Träume dar. Dem entgegen steht unser Bewusstsein als Ausdruck des „Sekundärprozesses“, das u.a. physikalischen und damit auch physischen Gesetzen unterliegt, wo Dinge der Logik vorherrschen, Raum und Zeit beschreibbar sind.

 Kennzeichen der Regression sind:

1)Rückzug aus dem sozialem Gefüge, Beziehung etc...

2)...an einen Ort des Schutzes/der Sicherheit…

           2a)…,wo teilweise oder ganzheitliche Entlastung (emotional,  

                     physisch,mental) möglich...

           2b)… und an dem Geborgenheit und Fürsorge garantiert erscheinen

3)...vor den eigenen/fremden Erwartungen/Verpflichtungen

Sinn jeder gesunden Form der Regression ist das Kraft – und Energiesammeln, „den Akku aufladen“, um den täglichen Erfordernissen, die unsere Welt mit sich bringt, gewachsen zu sein.

 

Im Sinne des Ich`s“ steht die Regression allerdings nur solange sie dem „Ich“ hilft, es stützt oder schützt. Gemeint ist hier, dass von der gesunden Form die krankhafte zu trennen gilt. Das Ich ist der Ort der Persönlichkeit, der Fähigkeiten, der Bedürfnisse, der Wünsche. Hier finden sich die Logik, die Vernunft, die Beziehungsmuster, die Struktur der Persönlichkeit und vieles mehr.

Meist „hapert“ es an der Persönlichkeitsstruktur, die Selbstwert, Gefühle, Beziehungsgestaltung und Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit und des anderen reguliert. Gerade heute stehen häufig Frustration -, Angst – und Affekttoleranz auf der Mängelliste hoch im Kurs (siehe dazu die zunehmende Zahl „psychisch kranker Schüler“). Für den einen ist Krankheit schwer zu ertragen („vermeidbares Übel“), für den anderen ein Hoffnungsschimmer („willkommene Abwechselung“).

Regression als krankhafte Form

Bedingung dafür, Regression als krankhaft zu bezeichnen, setzt voraus, dass Symptome auftreten, die nicht mehr im Sinne des Ich`s sind. Dazu zählen:

1)Schuldzuweisung

2)Selbstvorwürfe

Beides stützt oder hilft dem Ich nicht.

wegen mir müssen die anderen mehr arbeiten“ oder „mein Partner hat schon genug um die Ohren, jetzt werde ich auch noch krank“ (Thema Schuld)

Mensch, reiß dich zusammen, bist doch ein Mann“ oder „ich hatte schon keinen Vater, der für mich immer da war, und jetzt falle ich auch noch aus“ (Thema Selbstwert)

Im Gegenteil: es verhindert die Genesung und kann über längere Dauer direkt in eine Depression führen. Selbstvorwürfe haben die Eigenschaft, den Betroffenen klein zu machen. Einem „Kleinen“ allerdings traut man ja auch nicht mehr zu „wozu bin ich dann noch nütze“. „Mich braucht eh niemand“.

Regression und Krankheitsgewinn

Der sekundäre Krankheitsgewinn ist nicht selten ein Grund, weswegen Menschen in der Regression verbleiben.

Wenn der Arbeitnehmer trotz offensichtlicher Gesundung nicht gesund sein möchte. Wenn der anfangs depressiv erscheinende Patient trotz medikamentöser oder Psychotherapie nicht heil werden will. Wenn der nach einem rechtzeitig verhinderten Herzinfarkt zunächst krankgeschriebene Selbständige sich nicht mehr in der Lage fühlt, wieder seine Geschäfte aufzunehmen. Wenn der Schüler seine Schulangst trotz Gesprächen mit dem Schulpsychologen und den Eltern nicht los wird. Wenn das Kind, obwohl die Eltern so sehr bemüht sind, die richtige Diät für es zu finden, trotz dem weiter an Bauchschmerzen leidet.

Dann spielt der sekundäre Krankheitsgewinn mit größter Wahrscheinlichkeit eine wesentliche Rolle. Kurze Erläuterung: einen primären Krankheitsgewinn haben wir, wenn unsere Angst vor der Schule zur Vermeidung des Besuches führt. Einen sekundären Krankheitsgewinn haben wir, wenn wir dann noch erleben, dass sich die Umgebung (Mutter, Vater o.a.) vermehrt kümmert.

Der schwergradig erkrankte Depressive zieht sich aus allen Beziehungen zurück: Ob Arbeit, soziale Beziehungen. Sein primärer Gewinn besteht darin, dass er keine Entscheidungen mehr treffen, also keine Verantwortung bzw. Schuld übernehmen muss. Sein sekundärer Krankheitsgewinn besteht in der Reaktion der Umgebung: die Zuwendung und Verantwortungsübernahme!

Die Lösung ist die Aufdeckung der dahintersteckenden Verstrickung von Fürsorgewünschen und Wertschätzung einerseits und der Angst vor Verantwortungsübernahme und Selbstbestimmung andererseits.

 

 

Bindungstheorie

Jeder Psychotherapeut arbeitet mit einem oder mehreren Modellen (z.B. Bindungstheorie, Objektbeziehungstheorie usw.), um einerseits den Klienten/Patienten in seinem Leid besser verstehen zu können, andererseits, um daraus seine Bedürfnisse zu erkennen und den für ihn geeigneten Behandlungsansatz zu konstruieren.

Die Bindungstheorie (entwickelt von dem englischen Kinderpsychiater und Psychoanalytiker John Bowlby) besagt, dass Menschen lebenslang – aber insbesondere in den ersten 18 Lebensmonaten – das universelle Bedürfnis besitzen, ein „enges affektives Band“ zu anderen Menschen (in der Kindheit auch „Pflegepersonen“: darunter werden allgemein die ersten Bezugspersonen wie die Mutter und der Vater verstanden) herzustellen, welches Schutz und Geborgenheit, so wie einen „sicheren Hafen“ (Bowlby) als Basis für die Exploration der Welt bietet. Dabei meint „enges affektives Band“ enge emotionale und langandauernde Bindungen zu Personen, die nicht ohne weiteres ausgetauscht werden können. Dieses „enge affektive Band“ ist deshalb so wichtig, weil es immer dann in Anspruch genommen werden kann, wenn eine Person (in der Kindheit meist das Kind) in der Beziehung das Ausmaß einer emotionalen Belastung (Furcht, Trauer, Wut, Verunsicherung, Fremdheit etc.) als so schwerwiegend erlebt, dass sie es für nicht mehr selbständig regulierbar hält und so die körperliche und psychische Unterstützung des anderen braucht und sucht. Der Mensch lernt also in diesem „Bindungssystem“, seine Gefühle zu regulieren. Die hieraus resultierenden frühen Bindungserfahrungen mit seinen Eltern führen beim Kleinkind zur Bildung „innerer Arbeitsmodelle“, die es später als größeres Kind, Jugendlichen und Erwachsenen auf neue Beziehungen (z.B. Partner) überträgt.

Unter „innere Arbeitsmodelle“ ist die ganze Bandbreite an Beziehungserfahrungen mit den primären Bezugspersonen und den dazu gehörigen kindlichen Reaktionsmustern zu verstehen, wobei die Betonung eindeutig auf dem Erlebten, den Emotionen (Affekte) liegt. Dieses Erleben wird später unbewusst als die Grundlage einer „normalen Beziehung“ gedeutet und bewertet. Also entspricht einem inneren Arbeitsmodell eine Anleitung oder ein Lehrbuch mit dem Titel: „wie gehe ich mit meinem Partner in einer Beziehung um, wie geht er mit mir um und wie fühlt es sich dabei für mich richtig an?“.

Innere Arbeitsmodelle führen in ihrer Gesamtheit (einschließlich ganzer Beziehungsepisoden) zu verschiedenen Bindungsstilen, die sich durch Verhaltensbeobachtungen in der sogenannten „Fremde-Situation“ aufdecken lassen (bei Erwachsenen lässt sich durch das sogenannten Adult Attachment Interview (AAI) ebenfalls der Bindungsstil feststellen). Unter dem „Fremde-Situation-Test“ (Mary Ainsworth) ist eine künstlich geschaffene Versuchsanordnung zu verstehen, bei der die kindliche Reaktion auf die Trennung von der Mutter und die Wiedervereinigung beobachtet wird. Untersucht werden dabei Kinder bis zum 18. Lebensmonat. Der Ablauf ist ungefähr folgender: in einer unvertrauten Umgebung (z.B. im Wartezimmer einer Praxis) mit einer fremden Person lässt die Mutter ihr Kind im Raum allein zurück. Die kindlichen Reaktionen auf die Trennung und die Wiedervereinigung werden zu folgenden Bildungsstilen zusammengefasst (Bindungsverhalten des Kindes und zugeordnetes mütterliches Verhalten): (in Klammern die Häufigkeit in einer Population, z.B. den Deutschen)

- sicher gebunden (50-60%): Kummer wird deutlich ausgedrückt; lässt sich nicht von Fremden trösten; freut sich deutlich, wenn die Mutter wieder kommt; die Belastung ist durch die Rückkehr der Mutter verschwunden; das Kind kann sein Explorationsverhalten fortsetzen. → Mütterliches Verhalten: feinfühlige Wahrnehmung und Beantwortung von Signalen des Kindes, das heißt a) Signale wahrnehmen, b) Signale richtig interpretieren, c) prompt und angemessen reagieren

- unsicher vermeidend (20-25%): zeigt keinen Kummer; exploriert den Raum („als ob nichts wäre“); beachtet die Mutter bei Rückkehr nicht; scheint „gefühllos“; starke physiologische Belastung nachweisbar (Cortisolspiegel hoch). → Mütterliches Verhalten: Zurückweisung des Bindungsverhaltens des Kindes; Abneigung gegen körperlichen Kontakt; Rückzug, sobald das Kind traurig wird → das Kind verhält sich „adaptiv“, um sich vor weiterer Enttäuschung zu schützen (der Cortisolspiegel ist hier noch höher als bei den unsicher ambivalent gebundenen Kindern)

- unsicher ambivalent (20-25%): lautstarker, wütender Protest bei Trennung; ambivalente Reaktion auf Rückkehr der Mutter (drückt sich an die Mutter, stößt sie im nächsten Augenblick wieder zurück); starke, sichtbare Stressreaktionen (z.B. weint unaufhörlich, lässt sich nicht mehr beruhigen); Fokus auf der Mutter. → Mütterliches Verhalten: Unsensible Reaktion auf Signale des Kindes; unvorhersehbare Ermutigung oder Unterdrückung von Autonomie des Kindes; widersprüchliches Verhalten → der Fokus auf der Mutter bleibt erhalten, das Kind kommt „nicht zur Ruhe“

- desorganisiert/desorientiert (5-10%): widersprüchliche Verhaltensmuster; fraktionierte Kommunikation (gibt eher Laute als Wörter von sich); unterbrochene Bewegungen; abnorme Körperhaltungen (verdreht Extremitäten, überstreckt Kopf und Nacken, Hände, Arme, schlägt mit dem Kopf oder andere Körperteile auf den Boden etc.). → Mütterliches Verhalten: Gefahrenquelle geht genau von den Eltern aus → 80 % der misshandelten Kinder gehören in diese Kategorie

Bindungsstile bleiben zwischen 68-75% über das Leben hinweg (Längsschnittstudien belegen das) konstant. Generationsübergreifend zeigen Eltern und ihre Kinder in 66%-82% den gleichen Bindungsstil. In klinisch unauffälligen Gruppen zeigen 50-58 % der Personen einen sicher gebundenen Bindungsstil. In Stichproben mit klinisch auffälligen Personen findet man dagegen nur 9-13 % sicher gebundene Individuen.

Bindung und gesellschaftliche Entwicklung: In dieser Hinsicht ist meine untenstehende Hypothese zu überprüfen, inwiefern der zunehmende Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung mit dem in der Gesellschaft größer werdenden Mangel an affektiven Bindungen einhergeht. Wie wir wissen, nimmt in Gesellschaften mit zunehmenden Wohlstand die Bereitschaft ab, für einander da zu sein und einzustehen.

Hypothese: die durch den Reichtum der Gesellschaft entstehende Tendenz, mehr Individualität zu leben, weg von der Gemeinschaft, im Sinne des „Fort-Schritts“ („aus der Gemeinschaft fort schreiten“, zur Individualität), in der Autonomie und Unabhängigkeit propagiert wird, nimmt einerseits das Angewiesensein auf den anderen ab, andererseits nimmt aber die Sehnsucht (beachten Sie hierbei den Wortteil „sucht“ von „suchen“) nach jemanden, dem man vertrauen kann, dessen Nähe man braucht, zu. Und zwar im Sinne emotional haltender, fördernder und/oder gewährender Unterstützung.

Sigmund Freud sprach sich für das allgegenwärtige Dilemma „Abhängigkeit versus Autonomie“ aus. Dabei hatte der Begriff der Abhängigkeit von Anfang an einen eher bitteren Beigeschmack. Viele lehnten den Begriff deshalb ab, weil wir Menschen ja bestrebt sein, autonomer zu werden und eben nicht abhängiger. Ich denke aber gerade in dem o.g. Zusammenhang passt der Begriff der Abhängigkeit sehr gut: ja, wir suchen alle Abhängigkeit, nicht nur, weil wir sie dringend brauchen (um z.B. wertgeschätzt zu werden), nicht nur um unsere Sehnsucht nach Sicherheit, Geborgenheit und Nähe zu befriedigen, vor allem, um unser größtes Bedürfnis nach Mitteilung und Bestätigung (s. S. Mentzos, Psychoanalytiker) nachzukommen.

Voraussetzungen für eine Antragstellung einer Psychotherapie:

1) Anliegen: Hierunter verstehe ich, welchen Grund Sie haben, in eine psychotherapeutische Behandlung zu gehen.

Beispiele:

  • "ich möchte keine Panikattacken mehr bekommen" oder
  • "ich möchte nicht mehr unter meinen Stimmungsschwankungen leiden" oder
  • "ich möchte nicht mehr so besorgt sein, wenn ich an meine Kinder denke" oder
  • "ich will meine nicht körperlich bedingten Bauch-/Brust-/Kopf-oder Rückenschmerzen loswerden etc.

Wie Sie sehen, unterscheidet sich das Anliegen grundlegend von einer Diagnose. Letztere muss ich als Psychotherapeut mit Ihnen erarbeiten.

Kein Anliegen ist z.B:

  • "mein Partner hat mich geschickt, weil ich depressiv sein soll" oder
  • "mein Chef hat gemeint, eine Psychotherapie täte mir mal ganz gut" oder
  • "ich möchte, dass mein Partner/Chef mich wertschätzt". Dies letzte kann und will natürlich keine Psychotherapie leisten, da hier der Wunsch, den anderen zu verändern im Vordergrund steht. Meist steckt aber ein anderes ernsthaftes Bedürfnis hinter diesem Wunsch, dass erforscht und benannt werden muss. Häufig findet sich dann auch ein auf Ihre Person bezogenes Anliegen.

2) Auftrag: Hierunter verstehe ich die Übergabe (der Verantwortung) Ihres ernstgemeinten Wunsches/Anliegen in meine Hände. Der Auftrag ist also nicht das Anliegen. So können Sie z.B. das Anliegen haben, dass Sie sich nicht mehr so niedergeschlagen fühlen, gleichzeitig aber klarstellen, dass Sie keine Veränderung in Ihrem Leben möchten. Der Auftrag wäre hier definitiv nicht gegeben! Oder: das Anliegen, keine Panik mehr vor dem Chef zu haben, aber ablehnen, über Ihre Beziehungen (Eltern, Partner, Kinder usw.) zu reden.

Sollten Anliegen, Auftrag und Diagnose in den Arbeitsbereich der Psychotherapie fallen, spreche ich von Indikation.

3) "Technische Voraussetzungen": Hierunter verstehe ich die Formalien, die notwendig sind.

  • als Erwachsenenpsychotherapeut kann und darf ich nur Menschen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr behandeln.
  • Frage, ob Sie schon mal in Psychotherapie waren (ambulant/stationär). Das ist insofern wichtig, weil ein Mindestabstand zu einer vorherigen Therapie von zwei Jahren gilt. Bei gesonderter Begründung ist aber auch diese "Hürde" zu nehmen.
  • Voraussetzung für einen Beginn einer ambulanten Psychotherapie sind nicht nur 2 Probatorische Sitzungen (s. nächster Punkt), sondern seit 01. April 2018 zusätzlich vor den Probatorischen Sitzungen noch mindestens 50 min "Psychotherapeutische Sprechstunde". Diese muss seit o.g. Zeitpunkt jeder Psychotherapeut Ihnen anbieten, ob er anschließend die Behandlung mit Ihnen beginnt oder nicht.
  • "Probatorische Sitzungen": Die ersten bis zu 4 Sitzungen/Termine dienen der Klärung von Anliegen, Auftrag und Diagnose. Ich erhebe mit Ihnen gemeinsam eine "Biographische Anamnese". Auch werde ich Ihnen zwei Fragebögen mitgeben, um einen ersten Eindruck einerseits von ihrer derzeitigen Lebenssituation, andererseits von Ihrem Erleben in Konfliktssituationen zu bekommen. Sollten Anamnese und mein Eindruck  eine Indikation zur Psychotherapie bestätigen, kläre ich mit Ihnen die Motivation zur Psychotherapie. Bei einem Antrag einer Langzeittherapie erstelle ich zusätzlich ein Gutachten. Es sind mindestens 2 Probatorische Sitzungen Voraussetzung für den Beginn einer Psychotherapie.
  • Schließlich werde ich Ihnen das Formular zur Beantragung einer Psychotherapie vorlegen (PTV1: Antrag des Versicherten an die Krankenkasse auf Feststellung der Leistungspflicht), was ich Sie bitten werde, zu unterschreiben. Dieses werde ich mit dem Formular PTV2 (Angaben des Therapeuten zum Antrag...) und bei einem Antrag auf Langzeittherapie zusätzlich mit einem von mir erstellten Gutachten an die Krankenkasse schicken. Das Gutachten wird in einem verschlossenen Umschlag versendet und gelangt damit nur in die Hände des Gutachters!

4) Hinweise:

  • Eine Probatorische Sitzung bzw. Therapiestunde dauert etwa 50 min. Aufgrund meiner nachfolgenden Dokumentation verkürzt sich die Sitzungsdauer durchaus um etwa 5-10 Minuten.
  • Sitzungsfrequenz gewöhnlich: 1x/Woche (kann aber aufgrund anderer Variablen - z.B. Schichtarbeit, Familiäre Situation, Schwere des Krankheitsbildes - davon abweichen)
  • Aufgrund der tiefenpsychologischen Arbeit findet die Therapie im Sitzen statt.
  • Je nach Diagnose ist eine Kurzzeittherapie (KZT) mit insgesamt maximal    24 Sitzungen (2 Kontingente von je 12 Sitzungen) oder eine Langzeittherapie (LZT) mit insgesamt 60 Stunden indiziert. Stellt sich während der Therapie heraus, dass die Stunden nicht ausreichen, kann ein "Umwandlungsantrag auf LZT" gestellt werden bzw. die LZT verlängert werden.

Haben Sie Fragen, sprechen Sie mich an

 

Seit Januar 2016 bin ich für jeden Kassen- und Privatversicherten als potentieller ärztlicher Psychotherapeut wählbar. Dies bedeutet, ob Sie Patient meiner oder einer anderen hausärztlichen Praxis sind, Sie können -vorausgesetzt ich habe einen freien Therapieplatz- mit mir einen Antrag auf eine ambulante Psychotherapie bei Ihrer Krankenkasse stellen (s."Antragstellung"). Wie dies vonstatten geht, erläutere ich Ihnen aber auch gern im Gespräch. Dafür lassen Sie sich bei meinen Medizinischen Fachangestellten einen Termin geben oder schreiben mir einfach per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sollte ich derzeit keinen freien Psychotherapieplatz haben, so kann ich Sie auf eine Warteliste setzen. Sie werden dann informiert, wenn absehbar ist, dass ein Platz frei wird.

Aktuelle Wartezeiten s. "Wartezeit Psychotherapieplatz"

Das oben beschriebene bedeutet außerdem, dass ich keine "außervertragliche Psychotherapie" mehr durchführe mit Ausnahme der aktuell noch laufenden Psychotherapien! Dadurch wird die Antragstellung auch deutlich vereinfacht: Sie -als potentielle/r Klientin/en- müssen sich nicht mehr bei fremden Psychotherapeuten nach Wartezeit und freiem Therapieplatz erkundigen und diese auf einer Liste "abhaken" (als Nachweis für die Krankenkasse über die frustrane Psychotherapieplatzsuche), damit Sie mich wählen können. Das gehört der Vergangenheit an. Nein, wir können den Antrag sofort ohne Umschweife stellen.

Das Vorgehen (das Procedere) s. "Antragstellung"

Die Suche nach einem Platz für eine ambulante Psychotherapie ist meist mühsam. Meist dauert sie mehrere Wochen bis Monate. Es gibt -so will es der Gesetzgeber- nur eine begrenzte Anzahl von niedergelassenen Psychotherapeuten. Dies ist um so bedauerlicher, da Sie als Suchende/r häufig einen dringlichen Bedarf haben. Sie stehen also unter Druck.

Besteht bei Ihnen ein dringender Bedarf? Sprechen Sie mich an!

Wenn Sie außerdem selektieren wollen/müssen (nach Geschlecht oder Therapierichtung), wird es noch schwieriger. Doch die Mühe lohnt sich: Die "Chemie" zwischen den Beteiligten spielt nämlich eine entscheidende Rolle! Keine Therapie kann sich ganz entfalten, wenn bereits hier im Zwischenmenschlichen etwas nicht stimmt. Stattdessen entwickeln sich Hemmnisse, die für beide spürbar sind und meist vorzeitig zum Beenden der Therapie führen. Dieser Frustration kann also vorgebeugt werden, in dem Sie Ihre Ihnen wichtigen Kriterien des Gegenübers ernstnehmen und eine Auswahl treffen.

 

Derzeit habe ich leider keinen freien Psychotherapieplatz.

Sie können sich...

1) auf die Warteliste setzen lassen (Sie werden dann angerufen, wenn ein Platz wieder frei ist): rufen Sie an (05374/931000) oder schreiben eine E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

oder

2) an die Psychotherapeuten in der Umgebung wenden (eine entsprechende Liste kann ich Ihnen zur Verfügung stellen bzw. können Sie bei der Kassenärztlichen Vereinigung anfordern Tel.: 0531/24140)

Wartezeit derzeit (nur "etwa" Werte) -> s. Hinweis

Hinweis: Ab April erweitere ich mein Kontingent an Psychotherapien. Melden Sie sich rechtzeitig an, da auch diese Plätze schnell vergeben sein werden

12.03.19: Das erweiterte Kontingent ab April ist bereits voll ausgeschöpft. Die Wartezeit auf einen freien Psychotherapieplatz liegt aktuell bei 6-12 Monaten

02.10.19: Aktuell beträgt die Wartezeit etwa 3-6 Monate

29.03.20: Aktuell beträgt die Wartezeit ca. 3 Monate