Ansgar Hantke

allgemeinmedizinisch-psychotherapeutische Praxis

Öffnungszeiten

Vom 15. - 23. November ist die Praxis geschlossen.

Am 24. und 25. November ist die Praxis ist geöffnet, es findet jedoch keine Sprechstunde statt.Sie können Rezepte und Überweisungen bestellen sowie Termine vereinbaren.

Vertretung für die o.g. Zeiträume übernimmt die Praxis Dres. Balck, Gifhorner Straße 1, 38527 Meine, Tel.: 05304/91910. Es wird ausdrücklich darum gebeten, sich vor Inanspruchnahme telefonisch anzumelden!      


 

Montag bis Donnerstag 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag    16:00 - 18:00 Uhr

Mittwoch Telefonsprechstunde

12:30 - 13:00 Uhr

Patienten OHNE Termin und mit akuten Beschwerden kommen bitte zwischen 11:30 und 12:00 Uhr (montags, mittwochs und donnerstags) oder Dienstagnachmittag zwischen 17:00 und 18:00 Uhr in die Akutsprechstunde 

ACHTUNG: während der Akutsprechstunde bespreche ich keine Befunde (Facharztberichte etc.) mehr. Dafür lassen Sie sich bitte einen regulären Termin (Sprechstunde, Telefonsprechstunde) geben oder schreiben eine E-Mail.

Bindungstheorie

Jeder Psychotherapeut arbeitet mit einem oder mehreren Modellen (z.B. Bindungstheorie, Objektbeziehungstheorie usw.), um einerseits den Klienten/Patienten in seinem Leid besser verstehen zu können, andererseits, um daraus seine Bedürfnisse zu erkennen und den für ihn geeigneten Behandlungsansatz zu konstruieren.

Die Bindungstheorie (entwickelt von dem englischen Kinderpsychiater und Psychoanalytiker John Bowlby) besagt, dass Menschen lebenslang – aber insbesondere in den ersten 18 Lebensmonaten – das universelle Bedürfnis besitzen, ein „enges affektives Band“ zu anderen Menschen (in der Kindheit auch „Pflegepersonen“: darunter werden allgemein die ersten Bezugspersonen wie die Mutter und der Vater verstanden) herzustellen, welches Schutz und Geborgenheit, so wie einen „sicheren Hafen“ (Bowlby) als Basis für die Exploration der Welt bietet. Dabei meint „enges affektives Band“ enge emotionale und langandauernde Bindungen zu Personen, die nicht ohne weiteres ausgetauscht werden können. Dieses „enge affektive Band“ ist deshalb so wichtig, weil es immer dann in Anspruch genommen werden kann, wenn eine Person (in der Kindheit meist das Kind) in der Beziehung das Ausmaß einer emotionalen Belastung (Furcht, Trauer, Wut, Verunsicherung, Fremdheit etc.) als so schwerwiegend erlebt, dass sie es für nicht mehr selbständig regulierbar hält und so die körperliche und psychische Unterstützung des anderen braucht und sucht. Der Mensch lernt also in diesem „Bindungssystem“, seine Gefühle zu regulieren. Die hieraus resultierenden frühen Bindungserfahrungen mit seinen Eltern führen beim Kleinkind zur Bildung „innerer Arbeitsmodelle“, die es später als größeres Kind, Jugendlichen und Erwachsenen auf neue Beziehungen (z.B. Partner) überträgt.

Unter „innere Arbeitsmodelle“ ist die ganze Bandbreite an Beziehungserfahrungen mit den primären Bezugspersonen und den dazu gehörigen kindlichen Reaktionsmustern zu verstehen, wobei die Betonung eindeutig auf dem Erlebten, den Emotionen (Affekte) liegt. Dieses Erleben wird später unbewusst als die Grundlage einer „normalen Beziehung“ gedeutet und bewertet. Also entspricht einem inneren Arbeitsmodell eine Anleitung oder ein Lehrbuch mit dem Titel: „wie gehe ich mit meinem Partner in einer Beziehung um, wie geht er mit mir um und wie fühlt es sich dabei für mich richtig an?“.

Innere Arbeitsmodelle führen in ihrer Gesamtheit (einschließlich ganzer Beziehungsepisoden) zu verschiedenen Bindungsstilen, die sich durch Verhaltensbeobachtungen in der sogenannten „Fremde-Situation“ aufdecken lassen (bei Erwachsenen lässt sich durch das sogenannten Adult Attachment Interview (AAI) ebenfalls der Bindungsstil feststellen). Unter dem „Fremde-Situation-Test“ (Mary Ainsworth) ist eine künstlich geschaffene Versuchsanordnung zu verstehen, bei der die kindliche Reaktion auf die Trennung von der Mutter und die Wiedervereinigung beobachtet wird. Untersucht werden dabei Kinder bis zum 18. Lebensmonat. Der Ablauf ist ungefähr folgender: in einer unvertrauten Umgebung (z.B. im Wartezimmer einer Praxis) mit einer fremden Person lässt die Mutter ihr Kind im Raum allein zurück. Die kindlichen Reaktionen auf die Trennung und die Wiedervereinigung werden zu folgenden Bildungsstilen zusammengefasst (Bindungsverhalten des Kindes und zugeordnetes mütterliches Verhalten): (in Klammern die Häufigkeit in einer Population, z.B. den Deutschen)

- sicher gebunden (50-60%): Kummer wird deutlich ausgedrückt; lässt sich nicht von Fremden trösten; freut sich deutlich, wenn die Mutter wieder kommt; die Belastung ist durch die Rückkehr der Mutter verschwunden; das Kind kann sein Explorationsverhalten fortsetzen. → Mütterliches Verhalten: feinfühlige Wahrnehmung und Beantwortung von Signalen des Kindes, das heißt a) Signale wahrnehmen, b) Signale richtig interpretieren, c) prompt und angemessen reagieren

- unsicher vermeidend (20-25%): zeigt keinen Kummer; exploriert den Raum („als ob nichts wäre“); beachtet die Mutter bei Rückkehr nicht; scheint „gefühllos“; starke physiologische Belastung nachweisbar (Cortisolspiegel hoch). → Mütterliches Verhalten: Zurückweisung des Bindungsverhaltens des Kindes; Abneigung gegen körperlichen Kontakt; Rückzug, sobald das Kind traurig wird → das Kind verhält sich „adaptiv“, um sich vor weiterer Enttäuschung zu schützen (der Cortisolspiegel ist hier noch höher als bei den unsicher ambivalent gebundenen Kindern)

- unsicher ambivalent (20-25%): lautstarker, wütender Protest bei Trennung; ambivalente Reaktion auf Rückkehr der Mutter (drückt sich an die Mutter, stößt sie im nächsten Augenblick wieder zurück); starke, sichtbare Stressreaktionen (z.B. weint unaufhörlich, lässt sich nicht mehr beruhigen); Fokus auf der Mutter. → Mütterliches Verhalten: Unsensible Reaktion auf Signale des Kindes; unvorhersehbare Ermutigung oder Unterdrückung von Autonomie des Kindes; widersprüchliches Verhalten → der Fokus auf der Mutter bleibt erhalten, das Kind kommt „nicht zur Ruhe“

- desorganisiert/desorientiert (5-10%): widersprüchliche Verhaltensmuster; fraktionierte Kommunikation (gibt eher Laute als Wörter von sich); unterbrochene Bewegungen; abnorme Körperhaltungen (verdreht Extremitäten, überstreckt Kopf und Nacken, Hände, Arme, schlägt mit dem Kopf oder andere Körperteile auf den Boden etc.). → Mütterliches Verhalten: Gefahrenquelle geht genau von den Eltern aus → 80 % der misshandelten Kinder gehören in diese Kategorie

Bindungsstile bleiben zwischen 68-75% über das Leben hinweg (Längsschnittstudien belegen das) konstant. Generationsübergreifend zeigen Eltern und ihre Kinder in 66%-82% den gleichen Bindungsstil. In klinisch unauffälligen Gruppen zeigen 50-58 % der Personen einen sicher gebundenen Bindungsstil. In Stichproben mit klinisch auffälligen Personen findet man dagegen nur 9-13 % sicher gebundene Individuen.

Bindung und gesellschaftliche Entwicklung: In dieser Hinsicht ist meine untenstehende Hypothese zu überprüfen, inwiefern der zunehmende Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung mit dem in der Gesellschaft größer werdenden Mangel an affektiven Bindungen einhergeht. Wie wir wissen, nimmt in Gesellschaften mit zunehmenden Wohlstand die Bereitschaft ab, für einander da zu sein und einzustehen.

Hypothese: die durch den Reichtum der Gesellschaft entstehende Tendenz, mehr Individualität zu leben, weg von der Gemeinschaft, im Sinne des „Fort-Schritts“ („aus der Gemeinschaft fort schreiten“, zur Individualität), in der Autonomie und Unabhängigkeit propagiert wird, nimmt einerseits das Angewiesensein auf den anderen ab, andererseits nimmt aber die Sehnsucht (beachten Sie hierbei den Wortteil „sucht“ von „suchen“) nach jemanden, dem man vertrauen kann, dessen Nähe man braucht, zu. Und zwar im Sinne emotional haltender, fördernder und/oder gewährender Unterstützung.

Sigmund Freud sprach sich für das allgegenwärtige Dilemma „Abhängigkeit versus Autonomie“ aus. Dabei hatte der Begriff der Abhängigkeit von Anfang an einen eher bitteren Beigeschmack. Viele lehnten den Begriff deshalb ab, weil wir Menschen ja bestrebt sein, autonomer zu werden und eben nicht abhängiger. Ich denke aber gerade in dem o.g. Zusammenhang passt der Begriff der Abhängigkeit sehr gut: ja, wir suchen alle Abhängigkeit, nicht nur, weil wir sie dringend brauchen (um z.B. wertgeschätzt zu werden), nicht nur um unsere Sehnsucht nach Sicherheit, Geborgenheit und Nähe zu befriedigen, vor allem, um unser größtes Bedürfnis nach Mitteilung und Bestätigung (s. S. Mentzos, Psychoanalytiker) nachzukommen.

Voraussetzungen für eine Antragstellung einer Psychotherapie:

1) Anliegen: Hierunter verstehe ich, welchen Grund Sie haben, in eine psychotherapeutische Behandlung zu gehen.

Beispiele:

  • "ich möchte keine Panikattacken mehr bekommen" oder
  • "ich möchte nicht mehr unter meinen Stimmungsschwankungen leiden" oder
  • "ich möchte nicht mehr so besorgt sein, wenn ich an meine Kinder denke" oder
  • "ich will meine nicht körperlich bedingten Bauch-/Brust-/Kopf-oder Rückenschmerzen loswerden etc.

Wie Sie sehen, unterscheidet sich das Anliegen grundlegend von einer Diagnose. Letztere muss ich als Psychotherapeut mit Ihnen erarbeiten.

Kein Anliegen ist z.B:

  • "mein Partner hat mich geschickt, weil ich depressiv sein soll" oder
  • "mein Chef hat gemeint, eine Psychotherapie täte mir mal ganz gut" oder
  • "ich möchte, dass mein Partner/Chef mich wertschätzt". Dies letzte kann und will natürlich keine Psychotherapie leisten, da hier der Wunsch, den anderen zu verändern im Vordergrund steht. Meist steckt aber ein anderes ernsthaftes Bedürfnis hinter diesem Wunsch, dass erforscht und benannt werden muss. Häufig findet sich dann auch ein auf Ihre Person bezogenes Anliegen.

2) Auftrag: Hierunter verstehe ich die Übergabe (der Verantwortung) Ihres ernstgemeinten Wunsches/Anliegen in meine Hände. Der Auftrag ist also nicht das Anliegen. So können Sie z.B. das Anliegen haben, dass Sie sich nicht mehr so niedergeschlagen fühlen, gleichzeitig aber klarstellen, dass Sie keine Veränderung in Ihrem Leben möchten. Der Auftrag wäre hier definitiv nicht gegeben! Oder: das Anliegen, keine Panik mehr vor dem Chef zu haben, aber ablehnen, über Ihre Beziehungen (Eltern, Partner, Kinder usw.) zu reden.

Sollten Anliegen, Auftrag und Diagnose in den Arbeitsbereich der Psychotherapie fallen, spreche ich von Indikation.

3) "Technische Voraussetzungen": Hierunter verstehe ich die Formalien, die notwendig sind.

  • als Erwachsenenpsychotherapeut kann und darf ich nur Menschen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr behandeln.
  • Frage, ob Sie schon mal in Psychotherapie waren (ambulant/stationär). Das ist insofern wichtig, weil ein Mindestabstand zu einer vorherigen Therapie von zwei Jahren gilt. Bei gesonderter Begründung ist aber auch diese "Hürde" zu nehmen.
  • Voraussetzung für einen Beginn einer ambulanten Psychotherapie sind nicht nur 2 Probatorische Sitzungen (s. nächster Punkt), sondern seit 01. April 2018 zusätzlich vor den Probatorischen Sitzungen noch mindestens 50 min "Psychotherapeutische Sprechstunde". Diese muss seit o.g. Zeitpunkt jeder Psychotherapeut Ihnen anbieten, ob er anschließend die Behandlung mit Ihnen beginnt oder nicht.
  • "Probatorische Sitzungen": Die ersten bis zu 4 Sitzungen/Termine dienen der Klärung von Anliegen, Auftrag und Diagnose. Ich erhebe mit Ihnen gemeinsam eine "Biographische Anamnese". Auch werde ich Ihnen zwei Fragebögen mitgeben, um einen ersten Eindruck einerseits von ihrer derzeitigen Lebenssituation, andererseits von Ihrem Erleben in Konfliktssituationen zu bekommen. Sollten Anamnese und mein Eindruck  eine Indikation zur Psychotherapie bestätigen, kläre ich mit Ihnen die Motivation zur Psychotherapie. Bei einem Antrag einer Langzeittherapie erstelle ich zusätzlich ein Gutachten. Es sind mindestens 2 Probatorische Sitzungen Voraussetzung für den Beginn einer Psychotherapie.
  • Schließlich werde ich Ihnen das Formular zur Beantragung einer Psychotherapie vorlegen (PTV1: Antrag des Versicherten an die Krankenkasse auf Feststellung der Leistungspflicht), was ich Sie bitten werde, zu unterschreiben. Dieses werde ich mit dem Formular PTV2 (Angaben des Therapeuten zum Antrag...) und bei einem Antrag auf Langzeittherapie zusätzlich mit einem von mir erstellten Gutachten an die Krankenkasse schicken. Das Gutachten wird in einem verschlossenen Umschlag versendet und gelangt damit nur in die Hände des Gutachters!

4) Hinweise:

  • Eine Probatorische Sitzung bzw. Therapiestunde dauert etwa 50 min. Aufgrund meiner nachfolgenden Dokumentation verkürzt sich die Sitzungsdauer durchaus um etwa 5-10 Minuten.
  • Sitzungsfrequenz gewöhnlich: 1x/Woche (kann aber aufgrund anderer Variablen - z.B. Schichtarbeit, Familiäre Situation, Schwere des Krankheitsbildes - davon abweichen)
  • Aufgrund der tiefenpsychologischen Arbeit findet die Therapie im Sitzen statt.
  • Je nach Diagnose ist eine Kurzzeittherapie (KZT) mit insgesamt maximal    24 Sitzungen (2 Kontingente von je 12 Sitzungen) oder eine Langzeittherapie (LZT) mit insgesamt 60 Stunden indiziert. Stellt sich während der Therapie heraus, dass die Stunden nicht ausreichen, kann ein "Umwandlungsantrag auf LZT" gestellt werden bzw. die LZT verlängert werden.

Haben Sie Fragen, sprechen Sie mich an

 

Seit Januar 2016 bin ich für jeden Kassen- und Privatversicherten als potentieller ärztlicher Psychotherapeut wählbar. Dies bedeutet, ob Sie Patient meiner oder einer anderen hausärztlichen Praxis sind, Sie können -vorausgesetzt ich habe einen freien Therapieplatz- mit mir einen Antrag auf eine ambulante Psychotherapie bei Ihrer Krankenkasse stellen (s."Antragstellung"). Wie dies vonstatten geht, erläutere ich Ihnen aber auch gern im Gespräch. Dafür lassen Sie sich bei meinen Medizinischen Fachangestellten einen Termin geben oder schreiben mir einfach eine E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sollte ich derzeit keinen freien Psychotherapieplatz haben, so kann ich Sie auf eine Warteliste setzen. Sie werden dann informiert, wenn absehbar ist, dass ein Platz frei wird.

Aktuelle Wartezeiten s. "Wartezeit Psychotherapieplatz"

Das Vorgehen siehe "Voraussetzungen Antragstellung Psychotherapie"

Was ist das eigentlich "Psychotherapie"?

Ich stelle Ihnen hier 3 Definitionen vor:

Als Psychotherapie gilt jede psychologische "Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert" mittels "wissenschaftlich anerkannter Verfahren" (nach dem Psychotherapeutengesetz)

Eine Umfangreichere und genauere Beschreibung findet sich bei Strotzka: "Psychotherapie ist ein bewußter und geplanter interaktioneller Prozeß zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die nach Konsensus (z.B. Arzt und Patient) für behandlungsbedürftig gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation), in Richtung eines bestimmten Zieles (z.B. Symptom Minimierung), mittels erlernbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen (krankhaften) Verhaltens"

Oder eine sehr kurzgehaltene Beschreibung nach J.H. Schultz, dem Begründer des Autogenen Trainings: "Psychotherapie ist die Behandlung kranker Menschen mit psychologischen Mitteln"

Dazu ein paar Anmerkungen:

Nur in der zweiten der o.g. Defintionen wird m.E eigentlich DER Hauptwirkfaktor genannt: der interaktionelle Prozeß! Dieser Prozeß ist für sich genommen schon das größte und erstaunlichste Phänomen in der Psychotherapie zwischen Menschen. Kaum in der alltäglichen zwischenmenschlichen Beziehung beachtet, ist er hier im Mittelpunkt. Dabei beschreibt "Prozeß" bereits etwas in Bewegung Befindliches zwischen den Beteiligten. Der Unterschied zwischen den Beteiligten ist, dass der Therapeut mit diesem Prozeßhaftem arbeitet, er arbeitet dabei mit a) den subjektiven Informationen des Patienten (z.B. "ich fühl mich immer so müde und matt" b) den objektiven Informationen (z.B. "vor 2 Wochen ist meine Mutter verstorben") und den c) szenischen Informationenen (Beobachtungsperspektive eines "dritten").

 

Ich unterscheide bei psychischen Störungen:

  1. die "klassischen" psychischen Störungsbilder: Depression, Angst, Zwang, Essstörung, Hypochondrische Störung, Persönlichkeitsstörungen etc.
  2. die "somatoformen" Störungen (früher: "funktionelle" Beschwerden, d.h. Beschwerden OHNE organischen Befund): bezogen auf z.B. das Herz ("Herzphobie"), die Lunge, den Magen, den Darm ("Reizdarm") etc.
  3. die "somatoforme" Schmerzstörung: Kopf-, Rücken-, Ganzkörperschmerz
  4. die "klassischen" Psychosomatosen: hierzu zählen der Bluthochdruck, das Asthma, die Neurodermitis, die chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED: M.Crohn, Colitis ulcerosa), die Überfunktion der Schilddrüse, das Rheuma und das Zwölffingerdarmgeschwür. Die rein psychosomatische Genese ist verworfen worden, heute sprechen wir von "multifaktoriell". Eine Motivation zur Psychotherapie liegt selten vor, da medikamentös häufig schon das Therapieziel (Beschwerdefreiheit) erreicht wird.

 

Wann ist eine Psychotherapie sinnvoll?

Wer von seelischen Problemen geplagt wird und diese allein nicht bewältigen kann sollte sich ebenso wie bei körperlichen Erkrankungen nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Eine Grundvoraussetzung für die Diagnose einer psychischen Krankheit ist der Leidensdruck des Patienten. Eine Ausnahme besteht im Falle der Gefährdung anderer, etwa bei wahnhafter Schizophrenie und bestimmten Verhaltensstörungen. Ihre persönliche Wahrnehmung spielt also eine wichtige Rolle. Auch Ihre persönliche Bereitschaft, sich einer Psychotherapie zu unterziehen, hat großen Einfluss auf den Therapieerfolg. Je größer Ihre Motivation ist, sich mit Ihren Problemen auseinander zu setzen und daran zu arbeiten, desto besser sind Ihre Aussichten auf eine erfolgreiche Therapie.

Eine ambulante Psychotherapie setzt allerdings eine gewisse körperliche und geistige Stabilität des Patienten voraus. So wird etwa eine Suchttherapie bei alkoholabhängigen Patienten nur bei trockenen Alkoholikern nach einer stationären Entgiftung und Entwöhnung durchgeführt. Auch Patienten in suizidalen Krisen werden zunächst während eines Klinikaufenthaltes stabilisiert, bevor sie eine ambulante Psychotherapie beginnen.

Was, wenn das für mich zutrifft?

Sollten Sie an einer derartigen Erkrankung leiden, kann ich Ihnen eine Psychotherapie empfehlen (s. "Antragstellung"). Dabei kommen zwei Verfahren in Frage:

  • Tiefenpsychologische PT (Kassenleistung)
  • Gesprächspsychotherapie (individuelle Gesundheitsleistung)

Welches Verfahren bei Ihnen geeigneter erscheint, werde ich mit Ihnen erörtern. Sprechen Sie mich an.