Ansgar Hantke

allgemeinmedizinisch-psychotherapeutische Praxis

Öffnungszeiten

Die Praxis ist vom  26.Mai - 06.Juni 2022 geschlossen. Am 07.Juni ist die Praxis geöffnet, es findet allerdings keine Sprechstunde statt. Überweisungen und Rezepte können bestellt, Termin vereinbart werden.

Die Vertretung übernimmt die Praxis Dres. Dünsing, 38442 Wolfsburg-Sülfeld, Damm 3b, Tel.: 05362/2234. Mit der Bitte um vorherige Anmeldung.

 

 

 

Montag bis Donnerstag 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag    16:00 - 18:00 Uhr

Mittwoch Telefonsprechstunde

12:30 - 13:00 Uhr

Patienten OHNE Termin und mit akuten Beschwerden kommen bitte zwischen 11:30 und 12:00 Uhr (montags, mittwochs und donnerstags) oder Dienstagnachmittag zwischen 17:00 und 18:00 Uhr in die Akutsprechstunde - Bitte melden Sie sich für die Akutsprechstunde an, damit wir planen können

ACHTUNG: während der Akutsprechstunde bespreche ich keine Befunde (Facharztberichte etc.) mehr. Dafür lassen Sie sich bitte einen regulären Termin (Sprechstunde, Telefonsprechstunde) geben oder schreiben eine E-Mail.

Hinweis: derzeit sind alle Sprechstundenterminen ausgebucht. Melden Sie sich deshalb für die Akutsprechstunde an!

Im deutschen Ärzteblatt beschwert sich der Chefredakteur unter dem Titel „Man geht ins Risiko“, dass „in der vergangenen Woche weder die Impf - noch die Isolationspflicht in der Coronapolitik für irgendeine Sternstunde“ gesorgt hätten. Dabei weiß er sich bestärkt durch die Gesundheitsminister der Länder, die ebenfalls Kritik am Zurückfahren der Maßnahmen geäußert hätten. Auch darf er davon ausgehen, dass es viele Menschen-nicht nur aus den Gesundheitsberufen-gibt, denen die Abschaffung der „Maskerade“ sowie die Nichteinführung der allgemeinen Impfpflicht Angst macht oder zumindest suspekt erscheint. Zuletzt beschwert er sich selbst über die Bevölkerung, „die inzwischen bei politischen Coronaentscheidungen wohl gar nicht mehr hinhört“. Wen wundert's? Während er also ein „Klagelied“ anstimmt, frage ich mich, ob hinter der Entscheidung, das Maskentragen zu beenden und keine allgemeine Impfpflicht einzuführen eine Absicht stecken könnte. Wie jeder einzelne Mensch hat auch die Regierung, die Politik, die Medien usw. ein Motiv, in eine bestimmte Richtung zu handeln. Wie bei jedem einzelnen Menschen auch kann dieses Motiv, diese Absicht, durchaus unbewusst sein oder zumindest geleugnet werden. Nun könnte ich behaupten, dass hinter dem oben genannten das Motiv der Politik stecken könnte, den Unmut der Bevölkerung, der schon seit Monaten teilweise schwer nachvollziehbaren Regeln folgt und mit zunehmender Vehemenz die Aufhebung dieser fordert, zu beruhigen. Schließlich ist der Großteil der Bevölkerung geimpft, geboostert oder genesen. Zudem zeigt sich eine zwar sehr ansteckende Variante des SARS-CoV2 Virus Omikron, aber häufig mit leichten oder gar keinen Symptomen, selten mit schweren Verläufen (mit Hospitalisierung). Die Intensivstationen leeren sich zunehmend von schwerstkranken Coronainfizierten, so etwas wie Normalität scheint sich einzustellen. Die Menschen haben es satt, ihnen auferlegte Maßnahmen weiter zu dulden, sie begehren auf (zum Beispiel in Form des „Nicht mehr Hinhörens“). Dennoch könnte ein noch viel weitreichenderes Motiv hinter dieser Form der Politik verborgen sein: bereits zu Beginn der Pandemie wurde von führenden Virologen (Drosten, Streeck) über die Notwendigkeit einer Durchseuchung der Bevölkerung gesprochen, wohlwissend der Tatsache, dass Viren nicht wieder aus der Welt geschaffen werden können, sondern es einer Auseinandersetzung zwischen den Immunsystemen der Menschen und des Virus bedarf. Der Weg dorthin war es allein, wo sich die Geister scheideten. Sollte dies tatsächlich das Motiv gewesen sein? Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass mehrere Aspekte hierfür sprechen:

1)seit Dezember 2022 verdrängte VOC Omikron zunehmend die Delta Variante. Omikron zeigt eine deutlich stärkere Ansteckungsfähigkeit bei weniger schwerwiegendem Verlauf

2)die mRNA Impfstoffe sind weniger wirksam gegen Omikron, so dass auch vollständig geimpfte Personen sich infizieren, symptomatisch und damit ansteckend werden können

3)es gab viele Versuche der Politik, Menschen, die sich bisher haben nicht impfen lassen, zu überzeugen. Der Erfolg dürfte allenfalls mäßig gewesen sein

4)rein rechnerisch haben sich von den 74 Millionen Bürgern, die sich haben impfen lassen können, ca. 57 Millionen gegen SARS-CoV2 grundimmunisieren lassen

(hierzu zählen auch die 5-11jährigen), was einer Impfquote von etwa 76 % entspricht

Idee: wie also die Leute, die sich nicht haben impfen lassen und auch nicht impfen lassen wollen, noch erreichen, bei der gleichzeitigen Sorge, schwerwiegende Verläufe nicht ausreichend eindämmen zu können? Omikron gab hier die Lösung vor: obwohl die Inzidenzen anstiegen, sank seit Dezember 2021 die Anzahl der auf Intensivstation behandelten Patienten (02.12.21: 4793, 23.12.21: 4382, 12.01.22: 3050, 06.02.22: 2350, 28.03.22: 2353, 16.04.22: 1743 – s. DIVI).

D.h., es gab keinen besseren Zeitpunkt als den jetzigen, die Maßnahmen zu beenden, um den „Rest der Bevölkerung“, die Bürger, die sich haben nicht impfen lassen wollen, mit dem Virus zu konfrontieren und damit ganz nebenbei die Durchseuchung zu vervollständigen!

P.S.: Glauben Sie wirklich, dass es in Zukunft wieder eine gefährlichere (höhere Sterblichkeit) Variante von SARS-CoV2 gibt? Bisher waren die Viren auf diesem Planeten immer erfolgreich, die sehr infektiös und gleichzeitig harmlos waren. Warum sollte sich das ändern?

Eine Erkenntnis, die jedem von uns bekannt sein dürfte, die jeder schon implizit weiß, weil sie ein stetiger Begleiter unseres Lebens ist und an uns vielleicht haftet wie eine Klette, auch wenn sie sich äußerlich in immer neuen Gewändern zeigt, gegen die wir uns mal heftig wehren, auch wenn wir ahnen, dass sie unumgänglich ist, mancher nur unter Psychotherapie bereit ist, sie anzunehmen, da sie so schmerzhaft sein kann und ja, tatsächlich manchen dazu bringt, sein Leben zu beenden, ist, dass wir Altes loslassen müssen, um Raum für Neues zu schaffen. Wir müssen aufgeben, Aufgaben abgeben, von Dingen ablassen, andere wieder zulassen, diese wieder lernen, anzunehmen, um nach einer Zeit wieder zu erkennen, dass wir uns im gleichen stetigen Kreislauf befinden: der Entwicklung, der Wandlung. Ohne Versagen, ohne Scheitern, ohne Fehler zu machen haben wir kaum die Möglichkeit, diese Erkenntnis zu erlangen. Es ist urmenschliches Wissen, dass die Welt sich unaufhaltsam verändert, ob wir wollen oder nicht. Unsere Fähigkeiten, daran etwas zu verändern, sind sehr, sehr begrenzt. Zu gern geben wir uns der Illusion hin, tun wir so, als ob das Leben unbegrenzt wäre. Trotz der mittlerweile sehr begrenzten Ressourcen, der Notwendigkeit, an unserem Lebensstil etwas zu verändern, leben viele von uns in "Saus und Braus": Lassen keine Feier aus, müssen das neueste Auto fahren, die neuesten Technologien nutzen, die ganze Welt bereisen, auch wenn wir ihr in dem Maße nicht gut tun. Und doch ist es für viele Menschen so schwierig, von alten, vielleicht überholten Dingen zu lassen, weil sie sie so unheimlich lieb gewonnen haben, sie zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden sind. Und doch müssen wir uns gerade davon (garantiert eines Tages) schweren Herzens verabschieden. Wer schon einmal einen Menschen verloren hat, der kann davon "ein Lied singen". Letztendlich müssen wir – gottgegeben – auch unser eigenes Leben aufgeben. Mit dem Aufgeben, mit dem Scheitern, mit dem Versagen, gewinnen wir aber ganz viel neu: ein Leben ohne das Liebgewonnene – stellen wir fest – ist möglich. Wir stellen fest, wir haben uns aus einer Abhängigkeit gelöst. Und noch größer: durch das Lösen aus dieser Abhängigkeit haben wir Freiheit gewonnen. Und durch diese Freiheit kann nun unser Leben um einen ganz neuen Mittelpunkt gestaltet werden. Und das Besondere: jeder von uns ist es selber, der dieses, sein Leben beginnt, neu zu gestalten, neu zu konstruieren. Es ist ein Raum durch das Loslassen entstanden, der mit einem neuen Sinn, einer neuen Bedeutung gefüllt werden darf. Wir sind nun für einen kurzen Augenblick ein Akteur, der auf alle ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen blicken und greifen darf. Und noch darüber hinaus: unser Blick bleibt nicht nur auf unsere Kraftquellen begrenzt, wir werden "offen für Neues", sehen über unsere bisher begrenzte Perspektive hinaus, unser Blick ist quasi weiter geworden.

Somit steckt in dieser Erkenntnis ein ganz, ganz großer Gewinn und der heißt "Leben". Jesu Sterben und sein Leiden am Kreuz, schließlich die Wiederauferstehung zu Ostern bringt auf symbolische Art und Weise uns diese Erkenntnis nahe, nämlich direkt in unser Leben.

 

Dass es eine Untererfassung bei Nebenwirkungen von Impfungen (auch bei anderen Arzneimitteln) bzw. Impfschäden gibt, ist hinreichend bekannt. Allerdings wurde bisher angenommen, diese Untererfassung würde in einer noch nachvollziehbaren Größenordnung liegen. Nach einem Bericht des Deutschen Ärzteblattes (das sich auf das u.g. Review bezieht)(*1) zeigen sich erstaunliche Zahlen, die es gilt, nun zu klären. So wird angenommen, dass gerade mal 5-10% der Nebenwirkungen durch Arzneimittel (sogenannte UAW: unerwünschte Arzneimittelwirkung) erfasst werden. Die Beweggründe von Patienten, die eine Nebenwirkung nicht melden, sind wie die der Ärzte wohl bekannt:

1)Patientenseits: a) erhöhte Toleranz gegenüber Nebenwirkungen ("Nicht ernst nehmen"), b) nur geringes Engagement, sich einem Arzt vorzustellen ("fehlende Motivation"), c) erwartete Zurückweisung durch den Arzt ("Angst, Nebenwirkungen werden bagatellisiert")

2)Ärztlicherseits: a) Unsicherheit über die Bewertung der Nebenwirkungen, b) zu hoher erwarteter Arbeitsaufwand mit Meldung der Ereignisse, kombiniert mit fehlendem Wissen um den Ablauf c) fehlender Anreiz (z.B. finanziell)

Mit Corona tritt nun ein weiteres wichtiges Kriterium dazu, die Nebenwirkungen nicht zu melden. Wie am 23.März im Reportagemagazin Plusminus kritisch dargestellt, sei das Thema um das Impfen gegen SARS-CoV2 "so emotional" geführt, dass sich mittlerweile Ärzte schwertun, Nebenwirkungen zu melden. Dieses halte ich für das wesentliche Kriterium, warum so wenig über die Nebenwirkungen bzw. Impfschäden im Rahmen der Impfung gegen SARS-CoV2 publik gemacht wird. Es verwundert deswegen auch nicht, dass (nach Recherchen des o.g. Magazins) das Paul-Ehrlich-Institut sich als ahnungslos darstellt: "die Dunkelziffer lässt sich nicht exakt beziffern". Bitte? Nicht exakt beziffern? Wie Sie dem unten angeführten Review und den Daten der SafeVac App entnehmen können, kann hier wohl kaum von "nicht exakt beziffern" geredet werden. Hier muss sich das Paul-Ehrlich-Institut die Frage gefallen lassen, in wiefern es seinem Auftrag (Arzneimittelsicherheit) gerecht wird.

(*1)Ein amerikanisches Review: Arzneimittelsicherheit

. 2006;29(5):385-96.

doi: 10.2165/00002018-200629050-00003.

Untererfassung (under-reporting) unerwünschte Arzneimittelwirkungen: eine systematische Überprüfung (Lorna Hazell 1 , Saad A W Shakir)

Ziel dieser Übersichtsarbeit war es, das Ausmaß der Untererfassung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) in Spontanmeldesystemen abzuschätzen und zu untersuchen, ob es Unterschiede zwischen verschiedenen Arten von UAW gibt. Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um Studien zu finden, die eine numerische Schätzung des Ausmaßes der Untererfassung liefern. Die Studien wurden unabhängig von der verwendeten Methodik oder dem Umfeld, z. B. Krankenhaus oder Allgemeinpraxis, berücksichtigt. Die Schätzwerte für die Untererfassung wurden entweder direkt aus der veröffentlichten Studie entnommen oder aus den Studiendaten berechnet. Sie wurden als Prozentsatz der bei der intensiven Datenerfassung festgestellten UAW ausgedrückt, die nicht an die entsprechenden lokalen, regionalen oder nationalen Spontanmeldesysteme gemeldet wurden. Der Median der Untererfassungsrate wurde für alle Studien und für Unterkategorien von Studien mit unterschiedlichen Methoden oder Umfeldern berechnet. Insgesamt wurden 37 Studien mit einer Vielzahl von Überwachungsmethoden aus 12 Ländern ermittelt. Daraus ergaben sich 43 numerische Schätzungen der Untererfassungsrate. Der Median der Untererfassungsrate in den 37 Studien lag bei 94 % (Interquartilsbereich 82-98 %). Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den berechneten mittleren Untererfassungsquoten für allgemeinmedizinische und krankenhausbasierte Studien. Fünf der zehn Studien aus dem Bereich der Allgemeinmedizin erbrachten den Nachweis einer höheren mittleren Untererfassungsrate für alle UAW im Vergleich zu schwereren oder schwerwiegenden UAW (95 % bzw. 80 %). Im Vergleich dazu war bei fünf der acht krankenhausbasierten Studien die mittlere Untererfassungsrate für schwerwiegendere oder schwerwiegende UAW weiterhin hoch (95 %). Bei 19 Studien, die bestimmte schwerwiegende/schwere UAW-Wirkstoff-Kombinationen untersuchten, war die mittlere Unterererfassungsrate niedriger, aber mit 85 % immer noch hoch. Diese systematische Überprüfung liefert Belege für eine erhebliche und weit verbreitete Untererfassung von UAW in Spontanmeldesystemen, einschließlich schwerer oder schwerwiegender UAW. Weitere Arbeiten sind erforderlich, um die Auswirkungen der unzureichenden Berichterstattung auf Entscheidungen des öffentlichen Gesundheitswesens und die Auswirkungen von Initiativen zur Verbesserung der Berichterstattung, wie z. B. die Berichterstattung über das Internet, die Berichterstattung durch Apotheker/Pflegepersonal und die direkte Berichterstattung durch die Patienten sowie eine verbesserte Ausbildung und Schulung der Angehörigen der Gesundheitsberufe zu bewerten.

(*2)Mit der „SafeVac“-App wurde für die Bevölkerung der Versuch gemacht, vermutete Nebenwirkungen zeitnah und umfassend zu sammeln. Hier haben sich über 712 000 Personen und somit insgesamt 1,3 % der Geimpften registriert. Gemeldet wurden schwere Nebenwirkungen mit einer Rate von 370 je 100 000 und damit ein Vielfaches der 20 je 100 000 aus dem PEI-Sicherheitsbericht.

Formular UAW (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft):

https://www.dcgma.org/uaw-meldung

Mit Angst lassen sich Menschen "gut" in Bewegung bringen, wie bereits häufiger die "Corona Pandemie" zeigte. Dabei ist die Angst wenig hilfreich, da sie auf das schnelle Handeln mit Erhalt des Lebens (fight, flight, freeze) fokussiert, in "chronischen" - meint langandauernden - Situationen allerdings vollkommen unbrauchbar ist. Sie wird "subcortical", also unterhalb der Großhirnrinde, generiert und dadurch, dass dieser Hirnbereich (Zwischenhirn) corticale Bereiche dominiert, hilft es Menschen in akuter Panik kaum, wenn man ihnen vernünftige Ratschläge gibt, die neuronalen Verbindungen scheinen dann zur Großhirnrinde blockiert. Es gilt also vorzusorgen: Lassen Sie sich also keine Angst machen, denn nur so können Sie langfristige und für Sie sinnvolle Strategien entwickeln. Sie mögen denken, das ist leichter gesagt als getan. Das mag sein, weil Menschen zu den "Gewohnheitstieren" zählen, sich schwertun, ihre "Komfortzone" zu verlassen. Aber unmöglich ist dies nicht. Sie können ja zum Beispiel mal überlegen, wer ihnen das Gefühl der Angst vermittelt (Medien, Politik) und sich überlegen, was dessen Motiv ist (s. frühere Beiträge von mir). Sie können sich aber auch überlegen, ob es nicht allein ausreicht, wenn jemand ihnen Angst macht, ob Sie den Kontakt nicht lieber meiden sollten. Denn mit Angst spielen Menschen gern.

Auch bei der Einrichtungsbezogenen Impfpflicht, die mit dem 15.März 2022 in Kraft getreten ist, wurde erneut mit Angst gespielt. Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren und damit durchaus die Grundlage seiner Existenz. Mit den politisch beschlossenen Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes gerieten plötzlich ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Arztpraxen und anderen medizinische Einrichtungen in Panik. Diese betraf das Szenario, diese Einrichtungen müssten ab dem 15. März ungeimpftes Personal entlassen und hätten dann in der Folge nicht mehr ausreichend Personal zur Betreuung der Pflegenden oder Patienten. Statt die Situation abzuwarten, antizipierten manche dieser pflegerischen und medizinischen Einrichtungen Chaos, was sie dazu bewegte, dem Personal bereits weit vor dem 15.März eine Kündigung auszusprechen, falls sie sich nicht impfen lassen sollten. Dieser vorauseilende Gehorsam ist mal wieder einmalig. Allein die Vorstellung von fehlendem Personal ließ manche Arbeitgeber so kopflos werden, dass sie Maßnahmen (Kündigungen im Vorfeld) ohne politische Anordnung von oben umsetzten. Unglaublich. Allein die Drohung einer Kündigung hat nämlich nicht nur die ungeimpften Beschäftigten in Not gebracht, sondern auch die Unternehmen selbst. Diese Unternehmen durften, weil sie ja nun mal diese Drohung ausgeprochen hatten, sich vorsorglich nach neuen Kräften umgesehen haben. Dabei dürften sie die Feststellung gemacht haben, dass der Arbeitsmarkt (wohl wissentlich) kaum Angebote bereithält. Meines Erachtens ein Vorgehen, vollkommen unnötig, weswegen ich kein Verständnis für dieses Handeln der besagten Unternehmen habe. Sie haben sich selbst in diese Lage gebracht.

Nach dem Infektionsschutzgesetz ist es nämlich so, dass Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Arztpraxen usw. erst einmal nur die betreffende ungeimpfte Person dem Gesundheitsamt melden müssen, falls diese weder den Status "geimpft", "genesen" noch "das Vorliegen einer Kontraindikation gegen die Impfung" nachweisen kann. Weder Bußgeld noch Beschäftigungsverbot sind zu diesem Zeitpunkt ein Thema. In einem zweiten Schritt folgt dann die Beratung der Person, die sich nicht impfen lassen mag. Dazu kann das Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen und ein Gespräch mit den Beschäftigten verlangen. Wenn trotz des Gespräches der Beschäftigte nicht bereit ist, sich impfen zu lassen, kann (auch hier ein "Kann") das Gesundheitsamt eine Anordnung erteilen, die Person nicht mehr beschäftigen zu dürfen. Dabei muss das Gesundheitsamt in Rücksprache mit dem Arbeitgeber folgenden wichtigen Aspekte beachten: die Kompetenz jeder einzelnen Arbeitskraft (in der Gesamtheit der Person) ist nicht ohne weiteres zu ersetzen (Beispiel: Bezugsperson). Der Arbeitgeber müsste also nur gegenüber dem Gesundheitsamt bestätigen, dass dieser Beschäftigte nicht entbehrlich sei. Wenn meine Arzthelferinnen sich nicht impfen lassen wollten und das Gesundheitsamt daraufhin ein Beschäftigungsverbot erteilen würde, könnte ich meine Praxis nicht mehr fortführen. Da dies auch der Gesetzgeber weiß, gilt "Butter bei die Fische" und so eine Situation abzuwarten. Das Gesundheitsamt in Rücksprache mit der Kassenärztlichen Vereinigung dürfte erhebliche Probleme haben, eine Schließung des Betriebes als angemessen zu rechtfertigen:

1)Die Kassenärztliche Vereinigung hat nämlich einen Versorgungsauftrag der Bevölkerung gegenüber und braucht jeden Arzt

2)Das Gesundheitsamt wiederum dürfte sich deswegen schwertun, weil sie eine Infektionsgefahr bei Einhaltung aller anderen Maßnahmen (Hygiene/Abstand/Masketragen) in meiner Praxis als eher unwahrscheinlich einschätzen dürfte.

Doch werden wir uns hier auch mal wieder darüber klar, zu was uns die Politik bewegen möchte: Die Politik fordert Arbeitgeber auf, die Wertigkeit des Etiketts "Geimpft" oder "Genesen" über den Wert der Arbeitskraft zu stellen! Und wir als Gesellschaft nehmen das einfach so hin. Nicht nur das: manche Arbeitgeber lassen sich so zu einem Werkzeug der Politik machen, indem sie einen Status über die Fähigkeiten und Fertigkeiten eines jeden Beschäftigten stellen. Als Arbeitgeber muss mir die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers oder Angestellten wichtig sein. Welche Religion er lebt, welche Hautfarbe er hat, welche Hobbies er verfolgt, darf und kann nicht von Belang sein.

 

Mittlerweile gibt es zwei medikamentöse Therapiestrategien, um einen schweren Verlauf einer Covid-19 Erkrankung zu verhindern. Dass diese nicht ausreichend kommuniziert wurden und werden ist einerseits schade, andererseits unverständlich, da diese therapeutischen Optionen die Hospitalisierungsrate potenziell und nachhaltig reduzieren könnten. Der Autor des Berichts im deutschen Ärzteblatt vermutet, Impfkampagne und die stete Beachtung der Intensivbetten hätten zu sehr die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gebunden (link: https://www.aerzteblatt.de/archiv/222213/Monoklonale-Antikoerper-gegen-COVID-19-Potenzial-bisher-nicht-ausgeschoepft)

1)Bereits Anfang 2021 bestellte der Bund 200.000 Dosen einer Antikörperkombination, die bestimmten Patientengruppen, die an Covid-19 erkrankt waren, ambulant, teilstationär oder stationär angeboten werden sollten. Dabei handelt es sich um sogenannte neutralisierende monoklonale Antikörper*, die an das Virus binden und dieses dadurch unschädlich machen. Mittlerweile sind zwei Medikamente mit dem Namen "Ronapreve" (Casirivimab und Imdevimab) und "Xevudy" (Sotrovimab) auf dem Markt, die monoklonale Antikörper (mAK) enthalten. Sie sollten in der Frühphase der Erkrankung mittels Einmalinfusion oder Injektion verabreicht werden.

"Ronapreve" wirkt gut bei den Varianten Alpha, Beta, Delta, aber nicht bei Omikron. Deswegen wird bei Omikron mittlerweile "Xevudy", der neueste monoklonale Antikörper gegen SARS-CoV2, empfohlen. https://www.aerzteblatt.de/archiv/223622/COVID-19-Vulnerable-konsequent-schuetzen-Antikoerpertherapie-noch-staerker-nutzen#literatur

 Voraussetzungen für die Infusion:

  • -spätestens sieben Tage ab Symptombeginn
  • -spätestens fünf Tage nach einem positiven PCR Test
  • -mindestens 40 kg Körpergewicht
  • -Kinder ab 12 Jahre
  • -mit milder bis moderater Symptomatik
  • -Risikofaktoren für einen schweren Verlauf (Alter > 60, Übergewicht, kardiovaskuläre Erkrankung einschließlich Bluthochdruck, Diabetes mellitus, COPD und Asthma, chronische Nieren – oder Lebererkrankung, Immunsuppression, Krebs)

Meine Recherche ergab, dass leider derzeit keine Praxis im Landkreis Gifhorn existiert, die so ein Therapieregime anbietet. Angebote gibt es aktuell nur in Hannover und Göttingen. Falls Sie mehr erfahren, bitte mir Bescheid geben.

*Neutralisierende Antikörper sind Immunglobuline, die gegen bestimmte Bereiche (Spike-Protein von SARS-CoV2) des Virus gerichtet sind und dieses unschädlich machen.

2)Das oral anwendbare Medikament, welches als zweite Option zur Verfügung steht, heißt "Lagevrio". Der Wirkstoff enthält die antivirale Substanz Molnupiravir. Auch dieses Medikament soll nur einem bestimmten Personenkreis zustehen, nämlich Patienten mit nachgewiesener Covid-19 Erkrankung, ohne zusätzlichen Sauerstoffbedarf, aber mit dem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf (s.o.) (link: https://www.kbv.de/html/1150_56541.php). Seit Anfang diesen Jahres ist dieses Medikament zugelassen.

Das Medikament sollte über fünf Tage zweimal täglich (2 × 800 mg pro Tag) gegeben werden. Voraussetzungen sind „hohes Alter und das Vorliegen mehrerer Risikofaktoren wie Adipositas, Diabetes, chronische Niereninsuffizienz, Krebs sowie Herz-und Lungenerkrankungen“

Kontraindikationen: Schwangerschaft, „gebärfähige Frauen, die keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden“

Hiermit präsentiere ich Ihnen eine kleine Auswahl von Studien (s.Deutsches Ärzteblatt), die belegen, dass der Immunschutz nach einer Infektion mit SARS-CoV2 deutlich länger besteht als es die Politik bzw. das RKI wahrhaben möchten.

1.

Havervall S, Ng H, Jernbom Falk A, et al.: Robust humoral and cellular immune responses and low risk for reinfection at least 8 months following asymptomatic to mild COVID-19. J Intern Med 2022; 291 (1): 72–80 CrossRef MEDLINE PubMed Central

Übersetzung:
Robuste humorale und zelluläre Immunantworten und geringes Risiko einer Reinfektion mindestens 8 Monate nach einer asymptomatischen bis milden COVID-19

Sebastian Havervall 1 , Henry Ng 1 2 , August Jernbom Falk 3 , Nina Greilert-Norin 1 , Anna Månberg 3 , Ulrika Marking 1 , Ida Laurén 4 , Lena Gabrielsson 1 , Ann-Christin Salomonsson 1 , Katherina Aguilera 1 , Martha Kihlgren 1 , Maja Månsson 1 , Axel Rosell 1 , Cecilia Hellström 3 , Eni Andersson 3 , Jennie Olofsson 3 , Lovisa Skoglund 3 , Jamil Yousef 3 , Elisa Pin 3 , Martin Lord 4 , Mikael Åberg 5 , My Hedhammar 3 , Hanna Tegel 3 , Pierre Dönnes 6 , Mia Phillipson 2 , Peter Nilsson 3 , Jonas Klingström 7 , Sara Mangsbo 4 , Sophia Hober 3 , Charlotte Thålin 1
Zugehörigkeiten

Hintergrund: Neue Daten belegen, dass nach einer Infektion mit dem Coronavirus 2 des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS-CoV-2) und nach einer Impfung noch Monate lang eine Immunreaktion nachweisbar ist. Es ist jedoch noch nicht geklärt, in welchem Maße und wie lange der Schutz vor einer Reinfektion anhält.

Methoden: Wir untersuchten die SARS-CoV-2-spezifischen humoralen und zellulären Immunantworten mehr als 8 Monate nach einer asymptomatischen, leichten und schweren Infektion in einer Kohorte von 1884 Beschäftigten im Gesundheitswesen (HCW) und 51 hospitalisierten COVID-19-Patienten. Ein möglicher Schutz gegen eine SARS-CoV-2-Reinfektion wurde durch ein wöchentliches 3-monatiges Polymerase-Kettenreaktions-Screening (PCR) von 252 HCW, die 7 Monate vor Beginn des Screenings serokonvertiert hatten, und 48 HCW, die zu mehreren Zeitpunkten seronegativ geblieben waren, analysiert.

Ergebnisse: Alle COVID-19-Patienten und 96 % (355/370) der Arbeitskräfte des Gesundheitswesens, die bei der Aufnahme in die Studie Anti-Spike-IgG-positiv waren, blieben auch bei der 8-monatigen Nachuntersuchung Anti-Spike-IgG-positiv. Zirkulierende SARS-CoV-2-spezifische Gedächtnis-T-Zell-Reaktionen wurden bei 88 % (45/51) der COVID-19-Patienten und bei 63 % (233/370) der seropositiven HCW nachgewiesen. Die kumulative Inzidenz von PCR-bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen betrug 1 % (3/252) bei Anti-Spike-IgG-positiven HCW (0,13 Fälle pro 100 Risikowochen) im Vergleich zu 23 % (11/48) bei Anti-Spike-IgG-negativen HCW (2,78 Fälle pro 100 Risikowochen), woraus sich eine Schutzwirkung von 95,2 % (95 % CI 81,9 %-99,1 %) ergibt.

Schlussfolgerungen:

Die überwiegende Mehrheit der Antispike-IgG-positiven Personen bleibt unabhängig von der anfänglichen COVID-19-Krankheitsschwere mindestens 8 Monate lang antispike-IgG-positiv. Das Vorhandensein von Anti-Spike-IgG-Antikörpern ist mit einem wesentlich geringeren Risiko einer Reinfektion bis zu 9 Monate nach einer asymptomatischen bis leichten COVID-19-Erkrankung verbunden.

2.

Lumley SF, O’Donnell D, Stoesser NE, et al.: Antibody Status and Incidence of SARS-CoV-2 Infection in Health Care Workers. N Engl J Med 2021; 384 (6): 533–40 CrossRef MEDLINE PubMed Central

Übersetzung:

Antikörperstatus und Inzidenz von SARS-CoV-2-Infektionen bei Beschäftigten des Gesundheitswesens

 Sheila F Lumley 1 , Denise O'Donnell 1 , Nicole E Stoesser 1 , Philippa C Matthews 1 , Alison Howarth 1 , Stephanie B Hatch 1 , Brian D Marsden 1 , Stuart Cox 1 , Tim James 1 , Fiona Warren 1 , Liam J Peck 1 , Thomas G Ritter 1 , Zoe de Toledo 1 , Laura Warren 1 , David Axten 1 , Richard J Cornall 1 , E Yvonne Jones 1 , David I Stuart 1 , Gavin Screaton 1 , Daniel Ebner 1 , Sarah Hoosdally 1 , Meera Chand 1 , Derrick W Crook 1 , Anne-Marie O'Donnell 1 , Christopher P Conlon 1 , Koen B Pouwels 1 , A Sarah Walker 1 , Tim E A Peto 1 , Susan Hopkins 1 , Timothy M Walker 1 , Katie Jeffery 1 , David W Eyre 1 , Oxford University Hospitals Staff Testing Group

Hintergrund: Der Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Antikörpern gegen das Coronavirus 2 des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS-CoV-2) und dem Risiko einer späteren Reinfektion ist nach wie vor unklar.

Methoden: Wir untersuchten die Häufigkeit von SARS-CoV-2-Infektionen, die durch Polymerase-Kettenreaktion (PCR) bei seropositiven und seronegativen Mitarbeitern des Gesundheitswesens bestätigt wurden, die an Tests von asymptomatischem und symptomatischem Personal an den Universitätskliniken von Oxford im Vereinigten Königreich teilnahmen. Der Ausgangsantikörperstatus wurde durch Anti-Spike- (primäre Analyse) und Anti-Nukleokapsid-IgG-Tests bestimmt, und die Mitarbeiter wurden bis zu 31 Wochen lang beobachtet. Wir schätzten die relative Inzidenz von PCR-positiven Testergebnissen und neuen symptomatischen Infektionen in Abhängigkeit vom Antikörperstatus, bereinigt um das Alter, das von den Teilnehmern angegebene Geschlecht und Veränderungen der Inzidenz im Laufe der Zeit.

Ergebnisse: Insgesamt nahmen 12 541 Beschäftigte des Gesundheitswesens an der Studie teil und ließen Anti-Spike-IgG messen; 11 364 wurden nach negativen Antikörperergebnissen und 1265 nach positiven Ergebnissen weiterverfolgt, darunter 88 Personen, bei denen es während der Weiterverfolgung zu einer Serokonversion kam. Insgesamt 223 Antispike-seronegative Beschäftigte im Gesundheitswesen hatten einen positiven PCR-Test (1,09 pro 10.000 Risikotage), 100 während des Screenings, als sie asymptomatisch waren, und 123, als sie symptomatisch waren, während 2 Antispike-seropositive Beschäftigte im Gesundheitswesen einen positiven PCR-Test hatten (0,13 pro 10.000 Risikotage), und beide Beschäftigte waren asymptomatisch, als sie getestet wurden (bereinigtes Inzidenzratenverhältnis, 0,11; 95% Konfidenzintervall, 0,03 bis 0,44; P = 0,002). Bei Arbeitnehmern mit Antispike-Antikörpern traten keine symptomatischen Infektionen auf. Die Ratenverhältnisse waren ähnlich, wenn der Anti-Nukleokapsid-IgG-Test allein oder in Kombination mit dem Anti-Spike-IgG-Test zur Bestimmung des Ausgangsstatus verwendet wurde.

Schlussfolgerungen:

Das Vorhandensein von Anti-Spike- oder Anti-Nukleokapsid-IgG-Antikörpern war mit einem wesentlich geringeren Risiko einer SARS-CoV-2-Wiederinfektion in den darauf folgenden 6 Monaten verbunden. (Finanziert durch das britische Ministerium für Gesundheit und Soziales und andere).

3.

Sheehan MM, Reddy AJ, Rothberg MB: Reinfection Rates Among Patients Who Previously Tested Positive for Coronavirus Disease 2019: A Retrospective Cohort Study. Clin Infect Dis 2021; 73 (10): 1882–6 CrossRefMEDLINE PubMed Central

Übersetzung:

Reinfektionsraten bei Patienten, die zuvor positiv auf COVID-19 getestet wurden: eine retrospektive Kohortenstudie

Megan M Sheehan, BS,1 Anita J Reddy, MD MBA,2 und Michael B Rothberg, MD MPH3

Es ist nicht bekannt, ob Patienten, die mit dem Coronavirus 2019 (COVID-19) infiziert sind, vor früheren Erkrankungen geschützt sind. Wenn die Infektion zu einer substanziellen, lang anhaltenden Immunität führt, könnte es angebracht sein, die Verteilungspläne für Impfungen zu überdenken.

Diese retrospektive Kohortenstudie eines krankenhausübergreifenden Gesundheitssystems umfasste 150.325 Patienten, die vom 12. März 2020 bis zum 30. August 2020 mittels PCR auf eine COVID-19-Infektion getestet wurden. Die bis zum 24. Februar 2021 bei diesen Patienten durchgeführten Tests wurden in die Analyse einbezogen. Das Hauptergebnis war die Reinfektion, definiert als Infektion ≥ 90 Tage nach dem ersten Test. Sekundäre Ergebnisse waren eine symptomatische Infektion und der Schutz vor einer früheren Infektion vor einer Reinfektion.

Ergebnisse

Von 150 325 Patienten wurden 8 845 (5,9 %) vor dem 30. August positiv und 141 480 (94,1 %) negativ getestet. 1 278 (14,4 %) der positiven Patienten wurden nach 90 Tagen erneut getestet, und bei 62 von ihnen bestand die Möglichkeit einer Reinfektion. Von diesen waren 31 (50 %) symptomatisch. Von den ursprünglich negativ getesteten Patienten waren 5.449 (3,9 %) anschließend positiv und 3.191 von ihnen (58,5 %) waren symptomatisch. Der Schutz vor einer früheren Infektion betrug 81,8 % (95 % Konfidenzintervall 76,6 bis 85,8), der Schutz vor einer symptomatischen Infektion 84,5 % (95 % Konfidenzintervall 77,9 bis 89,1). Dieser Schutz nahm im Laufe der Zeit zu.

Schlussfolgerungen:

Eine frühere Infektion bei Patienten mit COVID-19 schützte in hohem Maße vor einer Reinfektion und symptomatischen Erkrankungen. Dieser Schutz nahm im Laufe der Zeit zu, was darauf hindeutet, dass die Virusausscheidung oder die laufende Immunreaktion über 90 Tage hinaus andauern kann und möglicherweise keine echte Reinfektion darstellt. Da das Angebot an Impfstoffen begrenzt ist, könnten Patienten, bei denen eine COVID-19-Infektion bekannt ist, eine frühzeitige Impfung hinauszögern, damit die am stärksten gefährdeten Personen Zugang zu dem Impfstoff erhalten und die Übertragung verlangsamt wird.

4.

Gazit S, Shlezinger R, Perez G, et al.: Comparing SARS-CoV-2 natural immunity to vaccine-induced immunity: reinfections versus breakthrough infections. 25. August 2021. DOI: https://doi.org/10.1101/2021.08.24.21262415 (last accessed on 26 January 2022) CrossRef

Übersetzung:

Vergleich der natürlichen Immunität gegen SARS-CoV-2 mit der durch den Impfstoff induzierten Immunität: Reinfektionen versus Durchbruchsinfektionen

Sivan Gazit, Roei Shlezinger, Galit Perez, Roni Lotan, Asaf Peretz, Amir Ben-Tov, Dani Cohen, Khitam Muhsen, Gabriel Chodick, Tal Patalon

doi: https://doi.org/10.1101/2021.08.24.21262415

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Vorabdruck, der nicht von Fachkollegen begutachtet wurde [was bedeutet das?]. Er berichtet über neue medizinische Forschung, die noch nicht bewertet wurde und daher nicht als Leitfaden für die klinische Praxis dienen sollte.

Hintergrund: Es gibt immer mehr Berichte über eine nachlassende impfstoffinduzierte Immunität gegen COVID-19. Damit bleibt der vergleichbare Langzeitschutz, der durch eine frühere Infektion mit SARS-CoV-2 vermittelt wird, unklar.

Methoden Wir führten eine retrospektive Beobachtungsstudie durch, in der wir drei Gruppen verglichen: (1) SARS-CoV-2-naive Personen, die mit zwei Dosen des BioNTech/Pfizer mRNA-Impfstoffs BNT162b2 geimpft wurden, (2) zuvor infizierte Personen, die nicht geimpft wurden, und (3) zuvor infizierte und mit einer Dosis geimpfte Personen. Es wurden drei multivariate logistische Regressionsmodelle angewandt. In allen Modellen wurden vier Outcomes ausgewertet: SARS-CoV-2-Infektion, symptomatische Erkrankung, COVID-19-bedingte Krankenhausaufenthalte und Tod. Der Nachbeobachtungszeitraum reichte vom 1. Juni bis zum 14. August 2021, als die Delta-Variante in Israel vorherrschte.

Ergebnisse SARS-CoV-2-naive Geimpfte hatten ein 13,06-fach (95% CI, 8,08 bis 21,11) erhöhtes Risiko für eine Durchbruchinfektion mit der Delta-Variante im Vergleich zu zuvor Infizierten, wenn das erste Ereignis (Infektion oder Impfung) im Januar und Februar 2021 auftrat. Das erhöhte Risiko war auch für symptomatische Erkrankungen signifikant (P<0,001). Wenn die Infektion zu einem beliebigen Zeitpunkt vor der Impfung (von März 2020 bis Februar 2021) erfolgen konnte, gab es Hinweise auf eine nachlassende natürliche Immunität, obwohl naive SARS-CoV-2-Impfwillige ein 5,96-fach (95% CI, 4,85 bis 7,33) erhöhtes Risiko für eine Durchbruchinfektion und ein 7,13-fach (95% CI, 5,51 bis 9,21) erhöhtes Risiko für eine symptomatische Erkrankung hatten. SARS-CoV-2-naive Geimpfte hatten auch ein höheres Risiko für COVID-19-bedingte Krankenhausaufenthalte im Vergleich zu den zuvor infizierten Personen.

Schlussfolgerungen:

Diese Studie hat gezeigt, dass die natürliche Immunität einen länger anhaltenden und stärkeren Schutz vor Infektionen, symptomatischen Erkrankungen und Krankenhausaufenthalten durch die Delta-Variante von SARS-CoV-2 bietet als die durch die Zweidosis-Impfung mit BNT162b2 induzierte Immunität. Personen, die sowohl zuvor mit SARS-CoV-2 infiziert waren als auch eine Einzeldosis des Impfstoffs erhielten, erhielten einen zusätzlichen Schutz gegen die Delta-Variante.

-> Es gibt noch zahlreiche weitere Studien (alle in Englisch). Ich stelle den link zur Verfügung:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/223006/Immunstatus-nach-SARS-CoV-2-Infektion-Genesene-offenbar-gut-geschuetzt#literatur