Ansgar Hantke

allgemeinmedizinisch-psychotherapeutische Praxis

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag    16:00 - 18:00 Uhr

Mittwoch Telefonsprechstunde

13:00 - 13:30 Uhr

Patienten OHNE Termin kommen bitte zwischen 11:30 und 12:00 Uhr (montags bis donnerstags) oder Dienstagabend zwischen 17:00 und 18:00 Uhr in die Akutsprechstunde 

Über das Wochenende zum neuen Quartal haben die Kassenärztliche Vereinigung und der Spitzenverband der Krankenkassen (im sogenannten Bewertungsausschuss) beschlossen, dass die

Gesundheitsuntersuchung "Check-up" ab dem 01. April 2019

(kein Aprilscherz!)

statt alle zwei Jahre nur noch alle 3 Jahre

abgerechnet und damit durchgeführt werden darf. Eine Unverschämtheit! Zwar gibt es schon seit längerer Zeit von Seiten der Krankenkassen Diskussionen (s.u.), aber ohne Vorankündigung die Änderung quasi über Nacht zu beschließen, ist eine Frechheit. Schließlich sind die Termine für die Gesundheitsuntersuchung bis zum Ende des Quartals schon vereinbart. Und Sie als Patient werden erst gar nicht informiert! Oder hat Ihnen Ihre Krankenkasse geschrieben, dass Sie nur noch alle 3 Jahre ein Anrecht auf eine Gesundheitsuntersuchung haben?

Beschweren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse!

 

Wir (meine Praxis) haben die Nachricht heute (02.04.) über den Hausärzteverband als EILMELDUNG erhalten. Damit muss jede Praxis (und auch meine) die geplanten Check-up`s daraufhin überprüfen, ob die 3-Jahresfrist gewahrt ist oder nicht. Im Falle der Nichteinhaltung droht uns Hausärzten nämlich ein Regress. Alle betroffenen Patienten (die im aktuellen Quartel einen Check-up Termin erhalten haben und deren letzter Check-up erst zwei Jahre zurückliegt) müssen also damit rechnen, dass wir sie anrufen und ihnen anbieten, den Check-up entweder abzusagen oder privat in Rechnung (Kosten werden Ihnen am Telefon genannt) zu stellen.

 

Hintergrund:

Die Diskussion um das Für und Wider besteht schon so lange wie es Gesundheitsuntersuchungen im Sinne von Check-up`s gibt.

Die Befürworter sprechen von einem Qualitätskriterium, dass jedem gesetzlich Versicherten zur Verfügung gestellt werden sollte. Deswegen bieten seit Jahren auch große Unternehmen

(z.B. VW, Siemens) ihren Angestellten (teilweise noch umfangreicher als die Gesundheitsuntersuchung der gesetzlichen Krankenkassen) erfolgreich Check-up`s an. Erfolgreich deswegen, weil die Angestellten sich umsorgt und zudem (Vorteil des Unternehmens) sich verstärkt an das Unternehmen gebunden fühlen.

Die Kritiker weisen hingegen daraufhin, dass durch die Gesundheitsuntersuchungen nicht mehr schwerkranke Patienten identifiziert werden als ohne. UND, im Gegenteil, dass gar die regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen zu einer vermehrten Feststellung von unwesentlichen Nebenbefunden (sogenannte Überdiagnostik) führen. Die Folgen sind Verunsicherung des Patienten, unnötige Untersuchungen zur Klärung der Befunde (z.B. MRT, CT, Sonographie, Herzkatheter etc.) und damit ein Anstieg der Kosten. Die Kritiker sehen also in häufigen Untersuchungen die Gefahr des Schadens für den Patienten.

Die Diskussion spannte sich also in den letzten Jahren von der Überlegung, den Check-up nur noch für Risikopatienten anzubieten (erhöhtes Herz-Kreislaufrisiko oder Krebserkrankungen in der Familie) bis dahin, die Frist der Folge – Gesundheitsuntersuchung zu verlängern. Also so, wie es nun beschlossen wurde.