Ansgar Hantke

allgemeinmedizinisch-psychotherapeutische Praxis

Öffnungszeiten

Die Praxis ist vom 31. Mai - 11. Juni 2021 geschlossen.

Vertretung: Dres. Dünsing, 38442 Wolfsburg-Sülfeld, Damm 3b, 05362/2234. mit der Bitte um vorherige telefonische Anmeldung

Weiterhin ist die Praxis vom 26. Juli - 06. August geschlossen. Vertretung: Dres. Balck, 38527 Meine, Gifhorner Straße 1, Tel.: 05304/91910. Mit der Bitte um vorherige telefonische Anmeldung

 

Montag bis Donnerstag 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag    16:00 - 18:00 Uhr

Mittwoch Telefonsprechstunde

12:30 - 13:00 Uhr

NEU! Patienten OHNE Termin kommen bitte zwischen 11:30 und 12:00 Uhr (montags, mittwochs und donnerstags) oder Dienstagnachmittag zwischen 17:00 und 18:00 Uhr in die Akutsprechstunde 

Unglaublich, was hier gerade in Deutschland abgeht. Die Menschen sind durch Medien und Politik mit dem Thema Corona rund um die Uhr beschäftigt, gefesselt, so dass Sie Gesetzesvorhaben wie die Einführung der elektronischen Patientenakte kaum noch wahrgenommen. Entweder Angst vor dem Virus oder Angst vor den Einschränkungen, die angeblich notwendig sind, um das Virus "einzudämmen."

Parallel knüppelt nämlich der Bundesgesundheitsminister sein Gesetzesvorhaben nach und nach durch. In mehreren Umfragen des Deutschen Ärzteblattes wurden Ärzte in Klinken wie in Praxen dazu befragt, wie sie einer zunehmenden Digitalisierung im Gesundheitswesen (im Rahmen der "Telematik Infrastruktur" = TI) gegenüberstehen. Das Urteil ist eindeutig, oder eben auch nicht: die meisten (über 80%) sehen durchaus eine zunehmende Digitalisierung positiv. Aber: die Hälfte erwartet (!) keine Verbesserung bzw. gar Verschlechterung (durch Mehrarbeit). Wenn ich von der Hälfte schreibe, dann ist auch klar, wie die andere Hälfte der Ärzteschaft dies sieht. Dazu sollte erwähnt werden, dass es vor allem die Ärzte in Kliniken sind, die eine Verbesserung erwarten, die Niedergelassenen sehen dies kritischer. Erwähnenswert scheint mir auch, dass Ärzte ihre positive Erwartung daran knüpfen, dass die Vorteile (im Sinne einer echten Entlastung) einer Digitalisierung kommuniziert werden. Offensichtlich liegt hier der große Schwachpunkt. Dem Bundesgesundheitsministerium scheint bisher wenig daran zu liegen, diese Vorteile klar darzustellen oder offen zu legen. Nicht anders kann das Verhalten von Herrn Spahn verstanden werden. So gibt es allenfalls Drohungen von Honorarkürzungen (mal wieder), wenn der Arzt (wie ich) an der TI nicht teilnimmt.

Wie im aktuellen Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht, sehen sich nur gerade 50% (Berlin und Brandenburg) bzw. 38% (Mecklenburg-Vorpommern) der Ärzte gut auf die Einführung der ePA vorbereitet, alle anderen fühlten sich "nicht ausreichend gut gewappnet". Es besteht ein nach dem Deutschen Ärzteblatt ein "Informationsdefizit".

Im Rahmen der Digitalisierung wird ab dem 01. Juli 2021 die elektronische Patientenakte verpflichtend. Das heißt, jeder Patient, der so eine ePA angelegt bekommen möchte, darf zu seinem Hausarzt gehen und dies verlangen. Und Sie wissen warum Sie so eine elektronische Patientenakte anlegen sollten? Nein? Nun, ich auch nicht. Das ist kein Joke, das ist so gemeint. Herr Spahn erhofft sich durch die ePA mehr Sicherheit und Verbesserung in der medizinischen Versorgung. Sagt er. Nun ja, was er nur zögerlich hinzufügt ist, dass er die Daten zu Forschungszwecken nutzen möchte. Sozusagen, ohne Sie zu fragen. Natürlich alles freiwillig. Nicht ganz. Wenn das Opt-out Verfahren umgesetzt wird, haben Sie als Patient nur wenig zu melden. Dann stimmen Sie auch ohne bewusste Zustimmung zu. Was ist der Haken? Daten, meine lieben Leser. Daten, Daten, Daten. Wir Ärzte brauchen diese vielen unselektierten Daten überhaupt nicht. Auch was Ihre medizinische Versorgung betrifft, brauchen wir die meisten Daten nicht. Im Gegenteil: wir haben jetzt schon zu viel des Guten. Was muss ich mich durch die Berichte "ackern", um endlich das, was ich brauche, gefunden zu haben. Selbst die Forschung braucht nur marginales Datenmaterial. Aber wer Daten hat, der hat eben auch Macht. Es geht also schlichtweg um den gläsernen Patienten. Sie werden vorhersehbar und damit manipulierbar. Wollen Sie z.B. regelmäßig Schreiben zur Gewichtsreduktion, Rauchentwöhnung oder Entspannungsübungen Ihrer Krankenkasse erhalten, weil sie übergewichtig oder depressiv sind oder an einer Angststörung leiden oder rauchen? Am besten gleich noch mit dazugehörigen Leistungserbringern wie Kliniken oder Therapeuten. Was ist, wenn Sie das Angebot ablehnen? Wie oft werden Sie dann "tracktiert", um endlich nachzugeben und das durchführen, was Sie eben nicht wollten? Selbst die Befürworter von "Digital health" geben zu: "Ein weiterer wichtiger und schwerwiegender Faktor ist das Thema Datenschutz. Im Gesundheitsbereich werden sehr persönliche und sensible Daten verarbeitet und gespeichert. Diese auf einer zentralen Plattform für viele Leute zugänglich zu machen kann durchaus zu Problemen führen. Allerdings muss hier eine Abwägung zwischen Risiko und Nutzen getroffen werden. Gerade wenn es um eine allgemeine Unterstützung von präventiven Behandlungen und Big Data insgesamt geht, können diese Daten aber auch ohne einen Bezug zu der betroffenen Person gespeichert werden. Hier werden Kompromisse notwendig sein".

Wenn ich Sie zum Nachdenken gebracht habe, dann lesen Sie vielleicht mal im Buch "künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens" von Richard David Precht, einen relativ populären Philosophen unserer Zeit. Das Gesetzesvorhaben dient meines Erachtens - wie viel bei Herrn Spahn - der eigenen Profilierung. Wollen Sie mitdiskutieren? Dann schreiben Sie mir!