Ansgar Hantke

allgemeinmedizinisch-psychotherapeutische Praxis

Öffnungszeiten

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Mittwoch Telefonsprechstunde

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ACHTUNG: während der Akutsprechstunde bespreche ich keine Befunde (Facharztberichte etc.) mehr. Dafür lassen Sie sich bitte einen regulären Termin (Sprechstunde, Telefonsprechstunde) geben oder schreiben eine E-Mail.

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Fortsetzung 1: "Ohne Krankheit kein Sterben möglich"

Bei genauerer Betrachtung vermute ich hinter dem Umstand (kein Tod ohne Krankheit) einen abstrusen Begriff von Krankheit. Die WHO definiert – als Gegenpol zu Krankheit – Gesundheit als das vollkommene körperliche, seelische und geistige Wohlbefinden. Schon mal erlebt? Sie werden zu dem Ergebnis kommen, ein äußerst seltener Zustand. Also ein Zustand, den die wenigsten regelmäßig erleben dürften. Wie oft haben sie nämlich da oder hier ein Ziehen oder Kneifen, mit dem Rücken oder mit den Eingeweiden zu tun? Wie oft "nerven" sie Gedanken oder Grübelein. Wie oft kommt es vor, dass sie sich "mal nicht auf der Höhe" fühlen, müde, matt oder erschöpft. Schlussfolgernd dürften die meisten Menschen krank sein. Auch wenn wir diese vollkommen fernliegende Definition der WHO beiseite schieben, werden wir entdecken, dass wir in unserem Staat Symptome des Älterwerdens oder Alterns gern als Krankheit deklarieren: ob es das verzögerte Harnlassen beim Mann oder das erschwerte Harnhalten bei der Frau ist, ob es die „Wechseljahre“ sind, die schmerzhafte Bewegungseinschränkungen der Gelenke, die reduzierte Belastbarkeit, die Kurzatmigkeit, die geschwollenen Füße oder Unterschenkel, das schlechtere Sehen oder Hören, die reduzierte Aufmerksamkeit, das abnehmende Gedächtnis: alles Symptome, alles Beschwerden, hinter allem Ursachen, die wir behaupten, Krankheiten zu sein: die gutartige Prostatavergrößerung (BPH), die Senkung von Gebärmutter und/oder Harnblase, die Veränderungen des Hormonhaushaltes, die Arthrose, die Herzschwäche, die Krampfadern, die Altersschwerhörigkeit, der graue Star usw. Es sind genaugenommen eben keine Krankheiten. Diese Beschwerden entstehen nämlich als Folge von Alterungsprozessen, die jeden betreffen, in durchaus unterschiedlichem Maße. Wenn also ein alter Mensch an einer Herzschwäche stirbt, dann ist das eben keine Krankheit, sondern Folge der abnehmenden Herzleistung durch Gefäßverkalkung und/oder durch die abnehmende Vitalität der Herzmuskelzellen. Davon ausgenommen kann natürlich ein junger Mensch als Folge einer Infektion eine Herzmuskelentzündung und anschließend eine Herzschwäche entwickeln, was dann eindeutig eine Erkrankung darstellt. Doch dies ist selten im Gegensatz zu der altersbedingten Einschränkung der Herzleistung.

Dieser abstruse Krankheitsbegriff, der viele Phänomene der Medizin pathologisiert, hat natürlich Konsequenzen:

a)wir meinen, diese „Krankheiten“ könnten durch eine gezielte Behandlung geheilt werden.

Weit gefehlt. Die Beschwerden können nur für eine begrenzte Zeit reduziert, der Alterungsprozess hinausgezögert werden. Am Ende ist der Katzenjammer groß, wenn in uns die Erkenntnis reift, keine Krankheit, sondern das Alter steckt dahinter.

b)wir erwarten (dann zurecht) Behandlungsmöglichkeiten, die die Ursachen der "Krankheit" behandeln. Weder Arthrose noch Arteriosklerose bilden sich wieder zurück. Aus "alt" kann die Medizin nicht "neu" machen. Den Schaden (Arthrose des Knies z.B.) können Sie nur durch Einbau eines neuen Gelenkes beheben oder Sie nehmen regelmäßig Schmerzmedikamente.

c)wir fordern, dass der Staat Verantwortung übernimmt, indem er die Kosten der Mittel zur Behandlung der "Krankheit" trägt. Diese "freiwillige" Verantwortungsübernahme der Staatslenker folgt natürlich einem Motiv. Und das ist durchaus nicht fürsorglich.

 

Fortsetzung folgt