Ansgar Hantke

allgemeinmedizinisch-psychotherapeutische Praxis

Die Fachgesellschaften (Kardiologie, Pneumologie, Schmerzmedizin usw.) haben Handlungsempfehlungen herausgegeben, die den Ratsuchenden als Hilfe dienen sollen:

1)Onkologie: ein Aussetzen oder Verschieben einer Krebstherapie wird nicht empfohlen. Eine effektive Behandlung des Tumors stelle in den meisten Fällen die Bedingung, das Überleben der Patienten zu sichern. Weiterhin könne ein Absetzen gut eingestellter Patienten zu unerwünschten Ereignissen wie eine deutliche Verschlechterung der Situation herbeiführen.

2)Kardiologie: jegliche Art von Infektionen (also auch virale) bedeuteten eine zusätzliche Belastung des Herz-Kreislaufsystems. So käme es bei kardiologisch erkrankten Patienten, die aufgrund einer Coronainfektion einer Therapie in der Klinik bedürften, in 16,7% der Fälle zu Herzrhythmusstörungen und bei 7,2% zu akuten Herzschädigungen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen - so zeigten die neuesten Erfahrungen - wie Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Koronare Herzkrankheit (KHK) usw. gingen mit einem höheren Sterblichkeitsrisiko einher.

In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass er derzeit keine belastbaren Daten gibt, die zeigen würden, dass zwei bestimmte Klassen von Bluthochdruckmedikamenten - nämlich ACE - Hemmer (z.B. Enalapil, Ramipril) und AT2 Rezeptorblocker (z.B. Losartan, Candesartan) - die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem Coronavirus erhöhen. Die Empfehlung lautet hier, die Bluthochdruckmedikation weiter einzunehmen, um das Risiko für eine akute Schädigung durch einen ungenügend eingestellten Blutdruck zu vermeiden.

3)Pneumologie: Patienten mit Asthma sollten eine dem individuellen Bedürfnis angepasste Therapie fortführen. Dabei bildeten weiterhin Corticoide (Budesonid, Beclomethason, Fluticason etc.) die Basis der Behandlung beim Asthma. Ein Absetzen des Cortisons verschlechtert im Allgemeinen das Asthma und erhöht das Risiko, bei einer zusätzlichen Infektion mit einem Virus (z.B. Corona) schwer zu erkranken.

4)Schmerztherapie: es gibt bisher auch bezüglich der Therapie mit Ibuprofen keine belastbare Daten, die darauf hinwiesen, dass eine Gefährdung, an einer Coronainfektion zu erkranken, durch die Einnahme zunehmen würde.

Hermann Gröhe hat Großes vor. Er möchte die medizinsche Landschaft umgestalten. Ziel des Gesetzes ist eine "bedarfsgerechte, flächendeckende und gut erreichbare medizinische Versorgung für jeden". Hört sich erstmal klasse an, aber...

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Corona Monitoring lokal: Repräsentative Zufallsstichprobe.

Fragestellung: Wieviel Menschen leiden aktuell an Covid-19 und wieviel Menschen bilden nach einer Covid-19 Erkrankung Antikörper aus.

Untersuchungsprogramm der Teilnehmer:

  • PCR Abstrich zum Nachweis einer akuten Infektion
  • Blutentnahme zum Nachweis von Antikörpern
  • Befragung

Studie: in 4 Gemeinden jeweils ca. 2000 Teilnehmer:

 a)Feilnbach bei Rosenheim: 2153 Erwachsene

Untersuchungszeitraum 23.Juni – 04.Juli 2020. Keine akute Infektion. 6% hatten Antikörper 130 Teilnehmer. Von den 130 Teilnehmern der Studie hatten 19 (14,5%) keine Beschwerden in der Vergangenheit, heißt, waren asymptomatisch geblieben, 111 (85,5%)111) hatten in der Vergangenheit Symptome wie Fieber, Kurzatmigkeit, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Lungenentzündung oder Verlust des Geschmacks/Geruchssinns.

Dunkelziffer: Durch die Studie wurden 2,6 mal mehr Infektionen nachgewiesen als bekannt.

Vor allem zeigte aber die Studie, dass 39,9% der früher durch einen PCR positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen keine Antikörper ausgebildet hatten. Dies entspricht 86 Personen. Damit waren 216 Personen früher einmal infiziert, was in etwa 10% der Teilnehmer entspricht.

 b)Kupferzell: 2203 Erwachsene

20.Mai – 09.Juni 2020. Keine akute Infektion. 7,7% hatten Antikörper, heißt 170 Teilnehmer. Von den 170 Teilnehmern der Studie hatten 29 (16,8%) keine Beschwerden in der Vergangenheit, 141 (83,2%) hatten Symptome (s.o.).

Dunkelziffer: Durch die Studie wurden 3,9 mal mehr Infektionen nachgewiesen als bekannt.

Vor allem zeigte die Studie, dass 28,2 % der Studieteilnehmer trotz nachgewiesenem positivem PCR keine Antikörper aufwiesen. Das entspricht 67 Personen. Es waren also 237 Menschen infiziert, was etwas mehr als 10% der Teilnehmer entspricht.

 

2 weitere Gemeinden stehen noch aus (darunter Straubing)

23.Dezember 2020: bezüglich der weiteren Gemeinden finden sich keine Angaben auf der website des RKI