Ansgar Hantke

allgemeinmedizinisch-psychotherapeutische Praxis

Mit dem Beginn des Programmes RESIST nimmt die Praxis an einem Projekt zur „rationalen Antibiotikatherapie“ teil. Es sollen Resistenzen von Bakterien verringert werden, die weltweit durch zu leichtfertigen Einsatz von Antibiotika bedingt sind.

Was heißt das?

RESIST ist ein Projekt, das als Ziel die Reduktion der Antibiotika Verordnungen bei Infekten der oberen oder unteren Atemwege angibt. Gleichzeitig soll damit auch ein Hauptproblem in der Arzt – Patienten Interaktion angegangen werden, nämlich die offene eher partnerschaftliche Information und Therapieentscheidung.

Wie will sie das schaffen?

Mittels „shared decision making“, einer spezielle Form der Beratung und Information des Patienten und gemeinsamer Entscheidungsfindung. Innerhalb der Beratung werden die Erwartungen, Gedanken und Befürchtungen des Patienten im Zusammenhang der Therapie des Infektes besprochen. Andererseits informiert der Arzt den Patienten über den normalen Verlauf und die Risiken der Erkrankung.

Warum ist das notwendig oder sinnvoll?

Es hat sich gezeigt, dass der häufigste Grund der Verordnung von Antibiotika in der ärztlichen Praxis der VERMUTUNG des Arztes zu Grunde liegt, der Patient wünsche ein Antibiotikum. Oder anders beschrieben: Der Arzt fühlt sich so unter Druck zum Handeln und meint deswegen, dem Patienten ein Antibiotikum aufschreiben zu müssen. Damit – so zeigen Untersuchungen – liegt er aber vollkommen falsch. Die meisten Patienten wünschen eine rasche Besserung, aber keine Antibiotika Verordnung. Da die ERWARTUNGEN des Patienten nicht auf den Tisch kommen, bleiben natürlich Verwunderung, Erstaunen und Irritation auf Seiten des Patienten über die Antibiotikum Verordnung unausgesprochen. Problem: der Patient „lernt“, dass sein Infekt nur mit einem Antibiotikum sich schnell bessern kann.

Wer kann teilnehmen?

Mitglieder der Ersatzkassen (DAK, Barmer, TKK, IKK)

Was muss der Patient und der Arzt dafür tun?

Die Teilnahme ist niederschwellig angesetzt, d.h. der Patient und der Arzt stimmen dieser zu oder auch nicht. Der Arzt macht bei Zustimmung durch den Patienten eine Aktennotiz. In der Folge kann das für die Leitung des Projektes zuständige Zi (Zentralinstitut) eine „Evaluation“ durchführen: Arzt und/oder Patient können einen Anruf erhalten und nach ihrem Eindruck und Ihrer Einschätzung befragt werden.

 

Bei Rückfragen sprechen Sie mich an

Nun wird es in Kürze mit der Impfung gegen SARS-CoV2 losgehen. Da zunächst nur begrenzt Impfstoff (mRNA Impfstoff von BioNTech) vorhanden sein wird, werden in einer Phase I A drei Personengruppen bevorzugt geimpft (unten aufgeführt).

Der Phase I A, die durch eine “gezielte, zentralisierte Verimpfung” gekennzeichnet ist, in der nur “wenig Impfstoff” und dieser nur in “Mehrdosenbehältnissen” verfügbar ist, teilweise “komplexe Lagerungsbedingungen” gefordert sind (z.B. unter – 60° C), soll eine Phase I B, die als “erweiterte, zentralisierte Verimpfung” mit “mehr Impfstoff” folgen. Diese Phase I B wird Monate, aber fließend nach der Phase I A beginnen. Schließlich soll in einer Phase II die Zentralisierung aufgehoben werden und eine “breite, dezentrale Routineimpfung”, die durch eine “großflächige Verfügbarkeit” des Impfstoffes, “geringe Herausforderungen bei Lagerung und Logistik” (z.B. Kühlung 2° C) und “Einzeldosenabfüllungen” folgen.

 Priorisierung in Phase I A:

1)die erste Personengruppe, die mit dem höchsten Sterberisiko (schätzungsweise 8,6 Millionen Menschen): zu dieser Gruppe der „sehr hohen Priorität“ zählen u.a. Personen ab 80 Jahre, Bewohner von Senioren/Altenheimen, Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (Notaufnahme, Betreuung von Covid 19 Patienten, Onkologie, Transplantationsmedizin), Pflegepersonal und andere Tätige in der Altenpflege.

2)zu der zweiten Gruppe mit „hoher Priorität“ (etwa 12,2 Millionen Menschen) zählen u.a. Senioren im Alter zwischen 70 und 80 Jahren, Personal mit erhöhtem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (Hausarztpraxen), Personen mit Demenz oder geistiger Behinderung, Tätige in der Versorgung von Personen mit Demenz. Personen mit Vorerkrankungen mit erhöhtem Risiko, Personen in Asylbewerber- und Obdachlosenunterkünften, enge Kontaktpersonen von Schwangeren.

3)zur dritten Gruppe zählen u.a. Personen zwischen 60 und 70 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen mit moderaten Risiko und deren engste Kontaktpersonen, Lehrer und Erzieher und Personen mit prekären Arbeits-und/oder Lebensbedingungen, Personal in Schlüsselpositionen der Bundes- und Landesregierungen, Beschäftigte im Einzelhandel sowie den Berufen der kritischen Infrastruktur (Feuerwehr, Bundeswehr, Polizei etc.).

 Logistik:

 Im Augenblick gehen wir Ärzte davon aus, dass die zu impfenden Personen durch Medien und/oder per Post informiert werden. Dies kann aber nur Menschen betreffen, die in eine der unten aufgeführten Altersklassen passen. Hingegen dürften multimorbide Patienten, Patienten mit Risikofaktoren und Pflegebedürftige am ehesten aufgefordert werden, sich ein Attest über ihre Erkrankungen bzw. Pflegebedürftigkeit bei ihrem behandelnden Arzt zu besorgen, um die Notwendigkeit der Impfung zu belegen.

Aktuell: Zunächst werden keine Atteste vom Hausarzt verlangt, da entweder der Personalausweis als Nachweis des Alters oder der Arbeitgebernachweis die Zugehörigkeit zur ersten Personengruppe belegt!

Geimpft werden soll in “Zentren”, später (in Phase II) in den Praxen der niedergelassenen Ärzte.

Nach Einladung der zu impfenden Personen zu einem bestimmten Termin in eine zentrale Impfstelle ist folgender Ablauf geplant (Dauer insgesamt etwa 1 Stunde):

 

1)Anmeldung

2)notwendige Bürokratie und Untersuchung (?)

3)Impfung

4)30minütige Wartezeit unter ärztlicher Aufsicht

 Da es sich um eine “zweistufige Impfung” handelt, bekommt der zu Impfende 3 Wochen später den zweiten Termin zur Impfung.