Ansgar Hantke

allgemeinmedizinisch-psychotherapeutische Praxis

Was ist das eigentlich "Psychotherapie"?

Ich stelle Ihnen hier 3 Definitionen vor:

Als Psychotherapie gilt jede psychologische "Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert" mittels "wissenschaftlich anerkannter Verfahren" (nach dem Psychotherapeutengesetz)

Eine Umfangreichere und genauere Beschreibung findet sich bei Strotzka: "Psychotherapie ist ein bewußter und geplanter interaktioneller Prozeß zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die nach Konsensus (z.B. Arzt und Patient) für behandlungsbedürftig gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation), in Richtung eines bestimmten Zieles (z.B. Symptom Minimierung), mittels erlernbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen (krankhaften) Verhaltens"

Oder eine sehr kurzgehaltene Beschreibung nach J.H. Schultz, dem Begründer des Autogenen Trainings: "Psychotherapie ist die Behandlung kranker Menschen mit psychologischen Mitteln"

Dazu ein paar Anmerkungen:

Nur in der zweiten der o.g. Defintionen wird m.E eigentlich DER Hauptwirkfaktor genannt: der interaktionelle Prozeß! Dieser Prozeß ist für sich genommen schon das größte und erstaunlichste Phänomen in der Psychotherapie zwischen Menschen. Kaum in der alltäglichen zwischenmenschlichen Beziehung beachtet, ist er hier im Mittelpunkt. Dabei beschreibt "Prozeß" bereits etwas in Bewegung Befindliches zwischen den Beteiligten. Der Unterschied zwischen den Beteiligten ist, dass der Therapeut mit diesem Prozeßhaftem arbeitet, er arbeitet dabei mit a) den subjektiven Informationen des Patienten (z.B. "ich fühl mich immer so müde und matt" b) den objektiven Informationen (z.B. "vor 2 Wochen ist meine Mutter verstorben") und den c) szenischen Informationenen (Beobachtungsperspektive eines "dritten").

 

Ich unterscheide bei psychischen Störungen:

  1. die "klassischen" psychischen Störungsbilder: Depression, Angst, Zwang, Essstörung, Hypochondrische Störung, Persönlichkeitsstörungen etc.
  2. die "somatoformen" Störungen (früher: "funktionelle" Beschwerden, d.h. Beschwerden OHNE organischen Befund): bezogen auf z.B. das Herz ("Herzphobie"), die Lunge, den Magen, den Darm ("Reizdarm") etc.
  3. die "somatoforme" Schmerzstörung: Kopf-, Rücken-, Ganzkörperschmerz
  4. die "klassischen" Psychosomatosen: hierzu zählen der Bluthochdruck, das Asthma, die Neurodermitis, die chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED: M.Crohn, Colitis ulcerosa), die Überfunktion der Schilddrüse, das Rheuma und das Zwölffingerdarmgeschwür. Die rein psychosomatische Genese ist verworfen worden, heute sprechen wir von "multifaktoriell". Eine Motivation zur Psychotherapie liegt selten vor, da medikamentös häufig schon das Therapieziel (Beschwerdefreiheit) erreicht wird.

 

Wann ist eine Psychotherapie sinnvoll?

Wer von seelischen Problemen geplagt wird und diese allein nicht bewältigen kann sollte sich ebenso wie bei körperlichen Erkrankungen nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Eine Grundvoraussetzung für die Diagnose einer psychischen Krankheit ist der Leidensdruck des Patienten. Eine Ausnahme besteht im Falle der Gefährdung anderer, etwa bei wahnhafter Schizophrenie und bestimmten Verhaltensstörungen. Ihre persönliche Wahrnehmung spielt also eine wichtige Rolle. Auch Ihre persönliche Bereitschaft, sich einer Psychotherapie zu unterziehen, hat großen Einfluss auf den Therapieerfolg. Je größer Ihre Motivation ist, sich mit Ihren Problemen auseinander zu setzen und daran zu arbeiten, desto besser sind Ihre Aussichten auf eine erfolgreiche Therapie.

Eine ambulante Psychotherapie setzt allerdings eine gewisse körperliche und geistige Stabilität des Patienten voraus. So wird etwa eine Suchttherapie bei alkoholabhängigen Patienten nur bei trockenen Alkoholikern nach einer stationären Entgiftung und Entwöhnung durchgeführt. Auch Patienten in suizidalen Krisen werden zunächst während eines Klinikaufenthaltes stabilisiert, bevor sie eine ambulante Psychotherapie beginnen.

Was, wenn das für mich zutrifft?

Sollten Sie an einer derartigen Erkrankung leiden, kann ich Ihnen eine Psychotherapie empfehlen (s. "Antragstellung"). Dabei kommen zwei Verfahren in Frage:

  • Tiefenpsychologische PT (Kassenleistung)
  • Gesprächspsychotherapie (individuelle Gesundheitsleistung)

Welches Verfahren bei Ihnen geeigneter erscheint, werde ich mit Ihnen erörtern. Sprechen Sie mich an.